Die seit über einem Jahr andauernden Bemühungen zur Sanierung der Passport Fashion GmbH haben nicht zum erhofften Abschluss geführt: Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, das am 1. Mai 2015 vom Amtsgericht Stuttgart eröffnet wurde, geht in ein Regelinsolvenzverfahren über, Rechtsanwalt Dr. Dietmar Haffa von Schultze & Braun soll zum Insolvenzverwalter bestellt werden. „Eine Investorengruppe um den Geschäftsführer Frank Gouder bemühte sich, auf Basis eines Insolvenzplans das Unternehmen zu sanieren und die begonnenen Restrukturierungsmaßnahmen weiter umzusetzen“, erklärt dieser. „Allerdings hätte für eine Finanzierung des Geschäftsbetriebs nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens keine ausreichende Working Capital Linie, also Umlauffinanzierung einer Bank zur Verfügung gestanden. Somit kann das Insolvenzplanverfahren nun doch nicht durchgeführt werden.“
Zu den Restrukturierungsmaßnahmen zählten die Anpassung der Mitarbeiterzahl von 70 auf rund 40, die deutliche Reduzierung der Fläche des Firmengebäudes sowie eine Verkleinerung des Sortiments. Parallel dazu hat der Sanierungsgeschäftsführer Tobias Wahl von anchor Rechtsanwälte mit mehreren potentiellen Investoren verhandelt, diverse Interessenten seien im Laufe des Sanierungsverfahrens jedoch abgesprungen. Der Geschäftsbetrieb läuft zunächst weiter, die bereits gefertigte Frühjahrskollektion wird ausgeliefert. Zudem soll für die Marke Passport und die Herbst/Winter-Kollektion 2016/17, für die laut Unternehmen bereits Orders in Höhe mehrerer Millionen Euro vorliegen, ein Käufer gesucht werden.
Die Gründe für die Insolvenz sieht Passport Fashion in der Ukraine-Krise und der damit verbundenen starken Abwertung des Rubels, die zu Umsatzverlusten auf dem wichtigen russischen Markt geführt hatte.
