Im nordrhein-westfälischen Einzel- und Versandhandel ist der erste Abschluss der laufenden Tarifrunde geschafft. Zum 1. August 2026 steigen Löhne und Gehälter um 3,0 Prozent, ab 1. Mai 2027 folgt eine weitere Erhöhung um 2,0 Prozent. Die Laufzeit beträgt 25 Monate.
Damit setzt Nordrhein-Westfalen die erste Marke in der bundesweiten Tarifrunde. Arbeitgeber und Verdi gehen davon aus, dass der Abschluss Signalwirkung für weitere Tarifgebiete haben wird. Für Händler außerhalb von NRW dürfte die Einigung deshalb schnell zur wichtigen Orientierungsgröße werden.
Besonders berücksichtigt werden die unteren Entgeltgruppen. Der Handelsverband spricht von teilweise stärkeren Anhebungen aufgrund des gesetzlichen Mindestlohns und vereinbarter Untergrenzen. Nach Angaben von Verdi liegt die tarifliche Untergrenze ab August 2026 bei 14,20 Euro und steigt ab Mai 2027 auf 14,90 Euro.
Auch die Ausbildungsvergütungen steigen. Sie werden jeweils zum 1. September 2026 und 2027 angepasst. Konkrete Beträge nennt der Handelsverband in seiner Mitteilung nicht.
„Dieser Tarifabschluss stellt einen für viele Unternehmen herausfordernden, schmerzhaften Kompromiss dar“, sagt Christopher Ranft, Verhandlungsführer auf Arbeitgeberseite. Gleichzeitig verweist er darauf, dass nun für 25 Monate Planungssicherheit bestehe.
Für die Unternehmen bringt die Einigung damit höhere Personalkosten, aber auch eine verlässliche Kalkulationsbasis für mehr als zwei Jahre. Wie schnell weitere Tarifgebiete dem NRW-Abschluss folgen, wird nun zur nächsten wichtigen Frage für den Handel.
Key Facts
Tarifgebiet: Nordrhein-Westfalen
Branche: Einzel- und Versandhandel
Bedeutung: erster Abschluss der laufenden bundesweiten Tarifrunde
Entgeltplus ab 1. August 2026: 3,0 Prozent
Weitere Erhöhung ab 1. Mai 2027: 2,0 Prozent
Laufzeit: 25 Monate
Untere Entgeltgruppen: teilweise stärkere Anhebung
Tarifliche Untergrenze laut Verdi ab August 2026: 14,20 Euro
Tarifliche Untergrenze laut Verdi ab Mai 2027: 14,90 Euro
Ausbildungsvergütungen: Anpassung jeweils zum 1. September 2026 und 2027
Signalwirkung: für weitere Tarifgebiete erwartet
