Vor wenigen Tagen soll die Streiksituation in der kambodschanischen Fabrik Sabrina (Cambodia) Garment Manufacturing in Kampong Speu, in der für den Sportartikelhersteller Nike produziert wird, eskaliert sein. Medienberichten zufolge kam es zu einem gewaltsamen Disput zwischen Arbeitern und den etwa 1.000 bewaffneten Polizeibeamten. Vergangene Woche erst waren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei, die mit Gewalt gegen rund 4.000 Arbeiterinnen vorgegangen sei, vermeldet worden.
Die Belegschaft der Textilfabrik hatte sich versammelt, um eine Lohnerhöhung von 14 US-Dollar pro Monat zusätzlich zum Mindestlohn von 74 Dollar für Transportkosten, Miete und Gesundheit durchzusetzen. Die Polizei soll mit Schlagstöcken gegen die Arbeiterinnen vorgegangen sein, worauf es mindestens 23 Verletzte gab, eine schwangere Frau habe aufgrund des Übergriffs ihr Kind verloren. Die Aufruhen lassen laut Augenzeugen darauf schließen, dass nicht nur zwischen Regierung und Gewerkschaften, sondern auch zwischen rivalisierenden Arbeitnehmervertretungen Konflikte – die Arbeitsbedingungen betreffend – herrschen.
Eine Lohnerhöhung zum 1. Mai sowie die Zahlung weiterer Entschädigungen für Wohnen, Transport und Essen seien bereits beglichen worden, da Nike die Arbeiter allerdings nicht direkt beschäftige, sei der Auftragnehmer Sabrina (Cambodia) Garment Manufacturing für die Löhne für Arbeitnehmer und andere Zahlungen verantwortlich. Ein weiterführendes Statement gibt es nicht, heißt es seitens des Unternehmens.
