Neonyt: Marken, Konzepte, Konferenzbeiträge

  /  10.01.2020

Von Detox Denim über Closed Loop-Recycling bis hin zur Künstlichen Intelligenz – die über 210 Neonyt-Aussteller warten mit innovativen Produkten und Konzepten auf…

Nudie Repair Service

Über 210 nachhaltige Fashion-Brands zeigen vom 14. bis zum 16. Januar 2020 auf der Neonyt in Berlin ihre Kollektionen für Herbst/Winter 2020. Aufgrund der hohen Nachfrage belegt die Messe neben dem Hangar 4 mit der Hall X eine zusätzliche temporäre Leichtbauhalle. Dort sind rund 40 der ausstellenden Brands versammelt. Das Stuttgarter Kaufhaus Das Gerber zeigt zudem mit einer Retail-Fläche, wie Sustainable Fashion in Handelssortimente integriert werden kann. Ob neue Materialtechnologien, nachhaltige Businessmodelle oder spannende Paneldiskussionen zu aktuellen Entwicklungen der Branche – ein Vorausblick:

Mit einer Jeans ohne Giftstoffe will Armedangels aufwarten. Für die Detox Denim-Kollektion verwendet die Kölner Marke Bio-Baumwolle. Mit chlorfreier Waschung, Patches aus Jacron-Papier und schwermetallfreien Knöpfen kämpft das Label gegen „Everything Toxic“. Neben den nachhaltigen Denims verwendet Armedangels die umweltbewusste Viskosefaser Ecovero von der Firma Lenzing, recyceltes Plastik und Zellulosestoffe aus Tencel Lyocell.

Arys aus Berlin kreiert Performance Wear für „urbane Nomaden“, mit selektierten technischen Stoffen, klaren Linien und intelligenten Schnitten. Modernste Technologien wie das HeiQ Fresh und Polygiene Odor Control-Textilfinishing sollen die Annahme von Körpergerüchen verhindern.

Ein kleiner Code auf dem Hangtag offenbart die Reise der Lowimpact-Jeans von Dawn Denim. Die „Respect Codes“ machen die Produktionskette transparent – von der Herkunft der Rohstoffe über die Fabriken bis hin zu den Audits und Zertifikaten. Um weniger Wasser und Chemikalien zu verwenden, empfindet das Label Waschungen mit einer Lasermaschine nach und nutzt umweltschonende Waschmethoden. Mit dem Social Art-Projekt „From Fair Wear to Love Affair“ erarbeitete die Marke mit ihren Mitarbeitern, wie sie die Arbeitsbedingungen in Zukunft weiter verbessern kann.

46 Tonnen – das ist das Gewicht des Plastikmülls, den Got Bag seit 2016 recycelt hat. Die Kunststoffe stammen aus dem Indischen Ozean rund um den Inselstaat Indonesien, einem der Epizentren der Meeresverschmutzung. Mit jedem Rucksack bereitet Got Bag dreieinhalb Kilo Plastik auf. Die Bio-PU-Beschichtung aus 100% biologisch abbaubaren Inhaltsstoffen und Post-Consumer-Kunststoff spart Wasser, CO2 und Erdöl.

Das kontemporäre Menswear-Label Knowledge Cotton Apparel aus Dänemark, ein Urgestein der Branche, zeigt zur kommenden Saison erneut Street Fashion aus innovativen Materialien wie recyceltem PET, Tencel, Leinen und Wolle.

Tech Lab ist die Premium-Kollektion von Jack Wolfskin. Die Kleidungsstücke können einzeln getragen, oder mithilfe des Snap-in Systems zu einem multifunktionalen Teil kombiniert werden. Auch hinsichtlich der Materialien orientiert sich Tech Lab an der Zukunft und setzt mit Microguard Maxloft auf eine schnell trocknende Kunstfaserfüllung. RDS-zertifizierte, leichte Daunen mit einem minimalen Packmaß bei bester Wärmeleistung sollen zudem dafür sorgen, dass auch die Isolation nachhaltigen Ansprüchen genügt.

Unter den innovativen Konzepten auf der Messe findet sich Isko, einer der ersten Adressen für verantwortungsbewusste Denims. Von Beginn an hat sich das Ingredient Brand hohen Qualitätsstandards, Umweltbewusstsein und Transparenz der Wertschöpfungskette verschrieben. Nachhaltigkeit und Responsible Innovation sind zentrale Werte. Die Material-Strategie orientiert sich an den in der Produktion entstehenden Abfällen. Im Fokus steht das Ressourcenmanagement nach dem Prinzip „Reduce – Re-use – Recycle“. Dem nachhaltigen Lösungsansatz liegt das R-TWO -Konzept zugrunde. R-TWO Stoffe enthalten eine Mischung aus zertifizierter, wiederaufbereiteter Baumwolle und recyceltem Polyester. Damit haben sie einen weitaus geringeren ökologischen Fußabdruck.

Das Denim-Label Nudie setzt seit jeher auf Nachhaltigkeit bei den Rohmaterialien und Produktionsprozessen. Im Rahmen der Neonyt Prepeek zeigen die Schweden einen Pop-up ihres Repair-Shops.

Das Recyclingunternehmen Renewcell AB aus Kristinehamn in Schweden zeigt auf der
Neonyt seine selbstentwickelte, kreislauffähige Recycling-Technologie für gebrauchte Kleidung. Dabei werden Textilabfälle aus Baumwolle und Viskose in neue Zellulose-Fasern umgewandelt. Der Clou: Bei dem Prozess werden auch die eingesetzten Chemikalien wiederverwendet.

Staiy ist eine neue Online-Modeplattform für nachhaltige Marken, die auf KI setzt. Ein individueller Stil-Algorithmus liefert Empfehlungen und schafft so für jeden Nutzer eine personalisierte User-Experience. Zudem können Kunden während des Shoppens sogenannte Donation-Points sammeln, die sie dann für eine Spende an die Non-Profit-Organisation One Tree Planted verwenden können.

Konferenzbeiträge zum Thema Innovation

14. Januar, 15.30 bis 15.45 Uhr: Regenerative Textile Systems Beyond Zero Impact mit Ricardo Garay, Circular Systems. Vom Abfall zur Faser – die Experten von Circular Systems haben hierfür Plattformen und neue Technologien entwickelt.

15. Januar, 13.00 bis 14.00 Uhr (Briefing & Masterclass): HIGG Index for Retail | Clean Dyeing | circularity.ID – The Open Standard for Data-Driven Circularity in Fashion, 15 seats / session. Den HIGG Index wird es künftig auch für den Einzelhandel geben. Was das konkret für Unternehmen bedeutet und welche Möglichkeiten sich daraus ergeben, wird während der Masterclass erläutert.

15. Januar, 11.15 bis 12.00 Uhr: Recycling the Fashion Industry – Processes & Progresses, Harald Cavalli-Björkmann, renewcell / Joao Matias, YKK / Elgar Straub, VDMA / José Pinto, Lemon Jelly. Ein hochkarätig besetztes Panel mit Recycling- und Branchen-Experten diskutiert die aktuellen Entwicklungen von Recyclingprozessen in der Modebranche.

15. Januar, 14.15 bis 15.15 Uhr: Virtually, Fashionable – and Sustainable? | Kick off for re:publica Berlin 2020, Stacia Carr, Zalando / Andreas Seidl, Human Solutions / Lena Blume, Browzwear. Nachhaltigkeit und neue Technologien verschmelzen. Wo ist die Schnittstelle von Virtualität, Mode und Nachhaltigkeit?

15. Januar, 17.00 bis 18.00 Uhr: Innovation Thinking – Is Glocal Circularity the Key? Sarah Herms, Tchibo / August Bard-Bringués, Asket / Mikkel Hansen, Exploratorium / Fung Group / Daniel Pinto, Scoop / moderated by Marte Hentschel, Sqetch | Sourcebook. Marte Hentschel diskutiert mit ihren Panelisten, wie Glocal Circularity die Modebranche verändern könnte und wie Innovation Thinking-Methoden dabei helfen.

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