Die Verhandlungen zwischen der Neckermann-Geschäftsführung und dem Finanzinvestor Sun Capital mit dem Betriebsrat und Verdi hatten keine Einigung zur Folge. In den gesetzlichen Einigungsstellen am 10. und 11. Juli 2012 wurde deutlich, dass Gewerkschaftsvertreter und Betriebsrat an der Forderung nach einem Sozialtarifplan für die von der Kündigung bedrohten Mitarbeiter festhalten, während laut Unternehmen und Investor die finanziellen Mittel dafür nicht zur Verfügung stünden.
Da beide Parteien in den Einigungsstellen zu keiner Lösung kamen, besteht jetzt das Risiko umfassender Kündigungsschutz- beziehungsweise Abfindungsklagen, sollte Neckermann wie geplant die 1.380 Stellen abbauen. Da diese Klagen laut Neckermann finanziell nicht kalkulierbar seien, würden sie die Existenz des Unternehmens gefährden. Außerdem könnte das Risiko von Kündigungsschutz- und Abfindungsklagen mögliche Co-Investoren abschrecken.
Da ein Rahmensozialplan aus dem Jahr 2005 weiterhin Gültigkeit besitzt, haben vom Personalabbau betroffene Mitarbeiter eine Anspruchsgrundlage auf eine Abfindung. „Die geplanten Streiks zur Durchsetzung eines inhaltsähnlichen Sozialtarifvertrages können vorerst ausgesetzt werden“, so Wolfgang Thurner, Gewerkschaftssekretär und Mitglied des Aufsichtsrates bei Neckermann.
