Um die Wettbewerbsfähigkeit von Neckermann.de langfristig zu sichern und die Transformation zu einem reinen Onlineshop voranzutreiben, will das Unternehmen eine Anpassung der organisatorischen Strukturen vornehmen, die einen „unverzichtbaren Abbau von insgesamt 1.380 Arbeitsplätzen in Deutschland“ zur Folge hat. Für die Happy Size Company, Textil-Spezialist für große Größen, werden derzeit strategische Optionen geprüft. Ein Verkauf sei nicht ausgeschlossen.
„Die Zukunft des Versandhandels liegt im Internet. Dieser Entwicklung können wir uns nicht verschließen. Die Entscheidung, die E-Commerce Transformation von Neckermann.de zu beschleunigen, ist deshalb folgerichtig, bringt in der Konsequenz aber mit sich, dass viele Aufgaben nicht mehr benötigt werden. Deshalb ist es nicht vermeidbar, dass wir die damit befassten Arbeitsplätze abbauen“, so CEO Henning Koopmann.
Während die Online-Sortimente Technik und Möbel inklusive Haus- und Heimtextilien sowie das Vertriebspartner-Portfolio ausgebaut werden sollen, werden das Print-Geschäft und das Eigentextilsortiment eingestellt. Textile Produkte will das Unternehmen künftig ausschließlich von Partnern anbieten, da das Vertriebspartner-Geschäft seit 2008 im Schnitt pro Jahr ein Wachstum von 67% vorweisen kann.
Während Neckermann.de im E-Commerce seit 2010 zweistellig wächst, verringert sich das Kataloggeschäft. So verzeichnete der Versandhändler allein im ersten Quartal 2012 einen Umsatzrückgang von 50%. „Die konsequente Fokussierung auf das wachsende Segment der Online-Kunden wird gehemmt durch die gleichzeitige Beibehaltung des abnehmenden Segments print-affiner Kunden. Dadurch werden zu viele Ressourcen gebunden. Das erschwert die nachhaltig profitable Entwicklung von Neckermann.de“, erläutert Koopmann. „Deshalb wird die E-Commerce Transformation jetzt mit einer neuen Sortimentsstruktur vorangetrieben. Damit beschleunigen wir die E-Commerce Entwicklung von Neckermann.de.“
Im Jahr 2012 und 2013 will Neckermann rund 90 Mio. Euro in den Marktauftritt sowie die Online-Kundenansprache investieren.
Stefanie Nutzenberger, Bundesvorstandsmitglied bei der Gewerkschaft Ver.di, sagt über die Pläne: „Dieser Kahlschlag ist eine soziale Katastrophe.“ Man wolle nun, zusammen mit den Betriebsratsgremien, umgehend Verhandlungen mit der Unternehmensleitung aufnehmen, um möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten.
Neckermann baut 1.380 Stellen ab
/ 27.04.2012Neckermann will sich künftig als reiner Onlineshop positionieren. Im Zuge der Umstrukturierung, durch die unter anderem das Eigentextilsortiment eingestellt wird, sollen insgesamt 1.380 Stellen abgebaut werden.

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