Nachhaltigkeit: Handel hat Nachholbedarf

  /  10.12.2012

Nachhaltigkeit rückt immer stärker in den Fokus, der Bekleidungseinzelhandel – vor allem der Onlinehandel – scheint hier allerdings noch Nachholbedarf zu haben. Dies zeigt eine aktuelle Studie des IFH Köln.

Die Einzelhändler in der Bekleidunsgbranche haben aus Verbrauchersicht Nachholbedarf, wenn es um die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards geht. Dies zeigt der CSR-Tracker (CSR=Corporate Social Responsibility) des IFH Köln von November 2012. Die untersuchten Mode- und Schuhhändler schneiden mit durchschnittlich 49 Punkten am schlechtesten ab und landen hinter Händlern des Lebensmitteleinzelhandels (52 Punkte) oder des Spitzenreiters Drogerien (56 Punkte). Besonders schwach wird das Engagement für den Klimaschutz und den Erhalt Umwelt bewertet. Auch die Berücksichtigung sozialer und ökologischer Aspekte bei der Lieferantenwahl und den Sortimenten wird von den deutschen Konsumenten kritisch gesehen. „Konsumenten setzen die Einhaltung bestimmter Sozialstandards – auch in Billiglohnländern – zwischenzeitlich voraus, sind aber gleichzeitig häufig nicht bereit, für nachhaltige Textilien auch höhere Preise zu zahlen. Der Textilhandel steht somit vor der schwierigen Herausforderung, die Anforderungen der Konsumenten an Fairness und Preis zu erfüllen“, erklärt Bettina Seul, Bereichsleiterin Forschung & Konzepte am IFH Köln.

Zwischen dem erst- und dem letztplatzierten Händler im Bereich Mode und Schuhe liegen 31 Indexpunkte. Der Schuhhändler Salamander führt mit 58 Indexpunkten, gefolgt von Peek & Cloppenburg mit 56 und C&A mit 54 Punkten. Online-Schuhhändler können beim Thema Nachhaltigkeit mit den stationären Händlern nicht mithalten. So belegt Zalando den vorletzten Platz und auch Mirapodo schneidet kaum besser ab.

Die Vorgängererhebung des CSR-Trackers (Mai 2012) hat allerdings gezeigt, dass Nachhaltigkeit im E-Commerce noch eine eher untergeordnete Rolle spielt. Rund 50% der befragten Konsumenten gaben an, sich keine Gedanken über dieses Thema im Zusammenhang mit der Bestellung von Produkten bei Versand- oder Online-Händlern zu machen. „Wie so oft handelt der Verbraucher nicht logisch. Während viele stationäre Händler das Thema Nachhaltigkeit bereits in ihrer Unternehmensstrategie verankert haben, weil die Konsumenten hier zunehmend kritischer werden, unterliegen Online- und Versandhändler diesbezüglich noch einer Schonfrist. Dies wird sich in absehbarer Zukunft aber vermutlich ändern“, so Seul.

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