Nachhaltigkeit spielt beim Kauf von Mode und Bekleidung weiter eine Rolle, rückt aber gegenüber grundlegenden Produktkriterien in den Hintergrund. Das zeigt eine repräsentative Innofact-Untersuchung im Auftrag des Modeverbands GermanFashion.
Demnach ist eine nachhaltige und umweltfreundliche Herstellung für 60% der Befragten wichtig. 2022 lag dieser Wert noch bei 71%. Auch Nachhaltigkeits- oder Biomaterial-Siegel verlieren an Bedeutung und kommen auf 42%. Der Verzicht auf Ausbeutung in Produktionsländern bleibt mit 71% zwar der stärkste Nachhaltigkeitsaspekt, liegt aber ebenfalls unter dem Vergleichswert von 2022.
Für die tatsächliche Kaufentscheidung reichen Nachhaltigkeitsargumente allein offenbar nicht aus. GermanFashion ordnet die Ergebnisse so ein, dass Nachhaltigkeit für viele Verbraucher wünschenswert bleibt, aber Qualität, Komfort, Passform und Preis-Leistungs-Verhältnis nicht ersetzt. Für Marken und Handel bedeutet das: Nachhaltigkeit muss Teil eines überzeugenden Gesamtangebots sein, nicht dessen alleiniger Verkaufsgrund.
Die Untersuchung fügt sich in einen breiteren Befund ein. Das Interesse an Mode und Bekleidung hat insgesamt nachgelassen. 40% der Befragten informieren sich nicht aktiv über Mode, 2022 waren es 29%. Gleichzeitig werden im Schnitt weniger Einkaufskanäle genutzt als vor vier Jahren.
Key Facts
Studie: Consumer Panel von GermanFashion
Institut: Innofact
Befragung: April 2026
Stichprobe: gut 1.000 Menschen zwischen 18 und 69 Jahren
Thema: Kaufverhalten, Modeinteresse und Nachhaltigkeit
Nachhaltige Herstellung wichtig: 60%
Vergleich 2022: 71%
Nachhaltigkeits- oder Biomaterial-Siegel wichtig: 42%
Stärkster Nachhaltigkeitsaspekt: Verzicht auf Ausbeutung in Produktionsländern mit 71%
Einordnung: Nachhaltigkeit bleibt relevant, ersetzt aber nicht Qualität, Komfort, Passform und Preis-Leistung
Auftraggeber: GermanFashion Modeverband Deutschland
