Bereits 18 Unternehmen, darunter PVH (Calvin Klein, Tommy Hilfiger), Tchibo, H&M, Inditex (Zara), Primark, C&A, Tesco, M&S, El Corte Inglés, Mango, Stockmann, Carrefour, Kik, Aldi, G-Star, Benetton, Helly Hansen und die N. Brown group (SimplyBe, High&Mighty etc.), haben laut der Kampagne für Saubere Kleidung nach dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch ein Brandschutz- und Gebäudesicherheitsabkommen unterzeichnet, für das mehr als eine Million Menschen vergangene Woche eine Petition eingereicht und signiert haben. Das rechtlich verbindliche Abkommen, dessen Unterzeichnungsfrist um Mitternacht des 15. Mai 2013 abläuft, sieht eine Verbesserung der Sicherheit in Textilbetrieben durch unabhängige Kontrollen, Verpflichtungen zur Instandsetzung durch Kostenübernahme der Abnehmer sowie mehr Mitsprache der Arbeiter vor. Geschlossen wurde dieses zwischen westlichen Großabnehmern, internationalen Gewerkschaften und Produzenten in Bangladesch und gilt für mehr als 1.000 dort ansässige Textilfabriken.
„Es ist ein Abkommen, das zeigt: Es gibt eine Verantwortung, der man gerecht werden muss. Es ist bahnbrechend, es wird Zeit, dass es zustande kommt“, so Philip Jenning, Generalsekretär des Gewerkschaftsdachverbands UNI. Jenning, der an der Ausarbeitung des Abkommens beteiligt war.
Teresa Hass vom Workers Rights Consortium erklärt: „Dieses Abkommen ist rechtlich bindend und kann in einem Gericht in den Heimatländern der Konzerne eingeklagt werden. Das macht es so einmalig. Es ist damit anders als die auf freiwilligen Zusagen basierenden Programme sozialer Verantwortung, auf die Gap und Wal-Mart nach wie vor setzen und die damit gescheitert sind, Arbeiter in diesen Fabriken zu schützen.“
„Wir rufen nun alle in Bangladesch Auftrag gebenden Marken- und Handelsfirmen auf, weiteres Blutvergießen zu verhindern und das Abkommen noch vor dem 15. Mai, der gesetzten Frist, zu unterzeichnen. In den letzten sechs Monaten wurden 1.250 Arbeiterinnen und Arbeitern in Bangladeschs Textilfabriken getötet. Darum ist es höchste Zeit, dass Unternehmen aufhören, vage Versprechungen zu geben oder gar ‚Business as usual’ zu praktizieren. Es ist keine Zeit mehr für freiwillige Selbstverpflichtungs-Rhetorik“, bemerkt auch Frauke Banse von der Kampagne für Saubere Kleidung.
Obwohl das Abkommen den Arbeitnehmern in Billiglohnländern mehr Rechte, Sicherheiten sowie Lohn zusprechen will, könnte es auch negative Auswirkungen zeigen. Dies wäre beispielsweise dann der Fall sein, wenn Firmen in andere Ländern abwandern, weil die Produktionskosten in Bangladesch steigen.
Update 16. Mai 2013: Fristgerecht bis Mitternacht des 15. Mai 2013 haben zudem folgende Unternehmen das Brandschutz- und Gebäudesicherheitsabkommen unterzeichnet: Abercrombie & Fitch, Esprit, JBC, Loblaws, Marks & Spencer, Mothercare, New Look, Next, Rewe, Sainsbury’s, Switcher sowie die WE Group.
