E-Commerce-Marktplätze à la Amazon und Ebay sind Markenherstellern wie Adidas offenbar ein Dorn im Auge, so untersagte der Konzern den Web-Händlern schon Mitte 2012, Produkte über nicht exklusive Online-Plattformen zu vertreiben. Dies sei nach Unternehmensangaben der Fall, wenn derlei Websites auch gebrauchte Waren des Herstellers verkaufen, über keine separaten Shops für die Adidas-Marken verfügen oder wenn dort verschiedene Anbieter die gleichen Produkte verkaufen.
Nun ziehen auch Outdoor-Labels wie Mammut, Deuter und Lowa nach und sollen Händlern vertraglich vorschreiben, dass das Sortiment über Webshops, die bezüglich Beratung und Präsentation nicht an die stationären Geschäfte heranreichen, nicht verkauft werden dürfe. Insbesondere in diesem Segment habe man entsprechende Vertriebsvereinbarungen mit Partnern abgeschlossen. Grund für den Boykott sei unter anderem die fehlende Beratung sowie die teilweise schlechte Darstellung; es gehe um Service, Absatzzahlen seien nicht alles.
„Unsere Produkte sind häufig erklärungsbedürftig. Zum Beispiel technische Geräte für das Klettern“, so Harald Schreiber vom Schweizer Unternehmen Mammut gegenüber dem Focus. „Weil sich unsere Produkte in einer höheren Preisklasse befinden, können die Käufer eine gute Beratung erwarten.“
Doch die Strategie ruft nun das Kartellamt auf den Plan, das „andauernde Marktermittlungen“ in die Wege geleitet hat, da die Unternehmen mit ihrer Vorgehensweise den Onlinehandel zunehmend beeinflussen könnten.
