Der Börsenrückzug von Ludwig Beck ist beschlossen und terminiert. An der Börse München endet die Notierung im regulierten Markt mit Ablauf des 19. August, an der Frankfurter Wertpapierbörse mit Ablauf des 21. August. Dort ist die Aktie bislang auch im Prime Standard gelistet. Mit dem Delisting entfallen die damit verbundenen zusätzlichen Kapitalmarktpflichten.
Dem Schritt vorausgegangen ist ein grundlegender Wechsel in der Eigentümerstruktur. Ende Mai schlossen Christian Greiner und die INTRO-Verwaltungs GmbH einen Aktienkaufvertrag mit der Bayerische Gewerbebau AG. Nach Vollzug hält die neue Hauptaktionärin direkt und unter Einbeziehung der Anteile ihrer Tochtergesellschaft rund 78,17 Prozent an Ludwig Beck.
Am 17. Juni vereinbarten Ludwig Beck und die Bayerische Gewerbebau schließlich den Rückzug von der Börse. Die Hauptaktionärin legte dafür ein Pflicht- und Delisting-Erwerbsangebot vor. Den übrigen Aktionären werden 23,16 Euro je Aktie geboten. Die Annahmefrist endet am 18. August um 24 Uhr. Vorstand und Aufsichtsrat halten den Angebotspreis nach Prüfung für finanziell angemessen.
Für das operative Geschäft ändert das Delisting zunächst nichts. Das Kaufhaus am Münchner Marienplatz bleibt bestehen; betroffen ist die Aktie. Nach Wirksamwerden des Rückzugs wird sie nicht mehr im regulierten Markt der Börsen Frankfurt und München gehandelt. Gleichzeitig fallen die dort geltenden Zulassungsfolgepflichten weg.
Der Börsenrückzug fällt zudem in eine Phase des personellen Umbruchs. Christian Greiner, langjähriger Vorstandsvorsitzender von Ludwig Beck, scheidet auf eigenen Wunsch mit Ablauf des 31. August aus dem Vorstand aus. Gleichzeitig verlässt er die Geschäftsführung der Ludwig Beck Beteiligungs GmbH.
Damit endet für Ludwig Beck eine lange Phase als börsennotierter Handelskonzern. Der Rückzug folgt unmittelbar auf den Wechsel der Mehrheitsverhältnisse und bündelt die Kontrolle künftig noch stärker bei der Bayerische Gewerbebau AG.
Key Facts
Unternehmen: Ludwig Beck
Delisting Börse München: mit Ablauf des 19. August 2026
Delisting Frankfurter Wertpapierbörse: mit Ablauf des 21. August 2026
Bisheriges Segment Frankfurt: Prime Standard
Hauptaktionärin: Bayerische Gewerbebau AG
Beteiligung: rund 78,17 Prozent einschließlich zugerechneter Anteile
Pflicht- und Delisting-Angebot: 23,16 Euro je Aktie
Annahmefrist: bis 18. August 2026, 24 Uhr
Delisting-Vereinbarung: 17. Juni 2026
Christian Greiner: Ausscheiden aus dem Vorstand mit Ablauf des 31. August 2026
