Lockdown-Verlängerung mit Öffnungsaussicht

  /  04.03.2021

Der Corona-bedingte Lockdown wird bis zum 28. März verlängert, bundesweit gibt es aber einen langfristigen Öffnungsplan, der auch den Einzelhandel betrifft…

Am 3. März 2021 tagten Bund und Länder bis in die Nacht hinein beim Corona-Gipfel zum weiteren Vorgehen – im Ergebnis wurde der ursprünglich bis zum 8. März festgelegte Lockdown bis zum 28. März verlängert, mit einigen Lockerungen. Bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner darf der Einzelhandel mit einer Begrenzung von einer Person pro 10 qm bis 800 qm Verkaufsfläche und darüber mit einer weiteren pro 20 qm öffnen. Auch Museen, Galerien sowie zoologische und botanische Gärten dürfen dann öffnen, kontaktfreier Sport ist mit bis zu zehn Personen im Freien erlaubt. Bei einer stabilen oder sinkenden Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 darf der Einzelhandel mit Terminvergabe öffnen. Beim so genannten „Click & meet“ darf eine Person pro 40 qm Verkaufsfläche nach Anmeldung vor Ort einkaufen. Steigt die Sieben-Tage-Inzidenz über 100, treten die bis zum 7. März geltenden Regeln wieder in Kraft, als „Notbremse“.

Private Treffen sind ab dem 8. März mit bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten erlaubt; Paare gelten als ein Haushalt, Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt. In Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 35 dürfen sich zehn Personen aus bis zu drei Haushalten treffen. Bei einer Inzidenz über 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen greift auch hier die „Notbremse“.

Buchhandlungen, Blumenläden und Gartenmärkte dürfen ab dem 8. März öffnen, ebenso körpernahe Dienstleistungsbetriebe. Wenn nicht dauerhaft eine Maske getragen werden kann, muss allerdings ein tagesaktueller Corona-Schnelltest vorliegen.

Die nächstmögliche Lockerung bei einer zweiwöchigen Inzidenz weiterhin unter 50 nach Öffnung des Einzelhandels betrifft die Außengastronomie, Theater, Konzert- und Opernhäuser sowie Kinos, ggf. mit Terminbuchung und aktuellem Schnelltest. Jede Person soll künftig Anspruch auf einen kostenlosen Corona-Schnelltest pro Woche haben. Der nächste Corona-Gipfel findet am 22. März statt.

Der HDE reagiert mit „Enttäuschung und Unverständnis“ auf die Beschlüsse. Die für eine Öffnung der Geschäfte vorgeschriebene stabile Inzidenz von 50 sei nicht flächendeckend in Sichtweite, Click & Meet könne die Händler nicht einmal annähernd retten. Die damit weitgehend geschlossenen Handelsunternehmen würden bis Ende März im Vergleich zu 2019 weitere zehn Mrd. Euro Umsatz verlieren. „Die Ergebnisse des Corona-Gipfels sind für den Einzelhandel eine Katastrophe. Faktisch wird der Lockdown damit trotz aller theoretischen Perspektiven für die große Mehrheit der Nicht-Lebensmittelhändler bis Ende März verlängert“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. „Die Politik orientiert sich weiter stur ausschließlich an Inzidenzwerten. Dieses Vorgehen erscheint zunehmend fragwürdig. Es gibt keine vernünftigen Argumente, den Einzelhandel jenseits aller wissenschaftlichen Erkenntnisse einfach weiterhin geschlossen zu halten. Hier wird ohne nachvollziehbare Gründe die Kernbranche der Innenstädte geopfert“, so Genth.

Update: Ab Montag, den 8. März, darf der Einzelhandel in Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz die Türen öffnen; die Inzidenz liegt dort jeweils unter 50. Auch in Baden-Württemberg dürfen im Enzkreis, Pforzheim, Baden-Baden und im Ortenaukreis die Stores wieder öffnen.

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