Lockdown verlängert und verschärft

  /  05.01.2021

Der Lockdown wird verlängert und der Einzelhandel muss Corona-bedingt bis mindestens zum 31. Januar 2021 geschlossen bleiben. Vielerorts wird Kritik laut…

Der Corona-bedingte Lockdown in Deutschland wird vorerst bis zum 31. Januar 2021 verlängert, das bedeutet, die Geschäfte müssen weiterhin geschlossen bleiben; ausgenommen sind solche für den täglichen Bedarf. Zudem wird der Bewegungsradius in Hotspots mit einer Sieben-Tages-Inzidenz über 200 auf 15 km rund um den eigenen Wohnort eingeschränkt, außer es besteht ein triftiger Grund wie ein Arztbesuch oder die Arbeit.

„Den Lockdown einfach nur zu verlängern und keinerlei Perspektiven oder Pläne für eine Wiedereröffnung der Geschäfte zu präsentieren, ist zu wenig. Die geschlossenen Handelsunternehmen brauchen jetzt klare Aussagen, unter welchen Bedingungen sie wann ihren Betrieb wieder aufnehmen können“, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Sie müssten entscheiden, ob sie Ware bestellen und Marketingmaßnahmen planen. Zudem moniert der HDE, dass die staatlichen Hilfen auch weiterhin keine wirksame Unterstützung bringen. Die aktuell verfügbaren und angekündigten Überbrückungshilfen seien für den Einzelhandel nicht passend, zudem komme selbst das bereits zugesagte Geld gar nicht oder zu spät an. Der Einzelhandel insgesamt erhielt im vergangenen Jahr Überbrückungshilfen in Höhe von 90 Mio. Euro, der vom Lockdown betroffene Nonfood-Handel aber habe im selben Zeitraum 36 Mrd. Euro Umsatzminus verzeichnet. Die Fixkosten lagen bei den betroffenen Händlern bei rund zwölf Mrd. Euro. Es zeichne sich eine Pleitewelle ab, wie wir sie noch nicht erlebt haben, so Genth.

Für die Nutzung von Click & Collect und den Einkauf im Lebensmitteleinzelhandel drängt der HDE außerdem darauf, Ausnahmen bei den Mobilitätsbeschränkungen in Hotspots festzulegen, ansonsten nehme man vielen eine der letzten Möglichkeiten, Umsatz zu erzielen. Zudem werde dem Lebensmittelhandel die Versorgung der Bevölkerung unnötig erschwert.

Das kürzlich ins Leben gerufene Aktionsbündnis #handelstehtzusammen ruft zur Unterschriftenaktion für eine zeitnahe Wiedereröffnung der Ladengeschäfte auf, damit man Existenzen – bevor es unwiederbringlich zu spät sei – selbst retten könne oder fordert eine verbindliche politische Zusicherung, dass Unternehmen, die in Folge der Schließungen in ihrer Existenz bedroht sind, durch entsprechende Entschädigungen abgesichert werden. Bislang wurden rund 12.000 virtuelle Unterschriften aus Handel, Gewerbe, Industrie und Privathaushalten gesammelt.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Ver.di) und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten fordern die Bundesregierung auf, das Kurzarbeitergeld für Beschäftigte mit einem Netto-Entgelt unter 2.500 Euro auf 90 bzw. 97% des letzten Netto-Entgeltes aufzustocken, mindestens aber auf 1.200 Euro pro Monat.

Neben dem weiterhin geschlossenen Einzelhandel sowie ebenfalls geschlossenen Kitas und Schulen werden zudem die Kontaktbeschränkungen verschärft; künftig dürfen sich Angehörige eines Hausstands nur noch mit einer weiteren Person treffen.

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