Konstante Zahlen auf der Innatex

  /  02.08.2023

Ende Juli versammelte sich die Green Fashion-Branche mit 244 Labels auf der Innatex. Wie man der „langen Phase der Herausforderungen“ begegnet…

Matona ©Anna Völske

Vernetzung und Agilität sind gefragter denn je – mit diesem Fazit schloss die 52ste Innatex, die vom 29. bis 31. Juli 2023 stattfand. 244 Green Fashion-Labels präsentierten ihre Kollektionen auf der Internationalen Fachmesse für nachhaltige Textilien, die mit 1.500 Besuchen das Level der Sommermesse 2022 erreichte. „Wir sind froh, dass unsere Zahlen konstant bleiben“, so Jens Frey, Geschäftsführer der veranstaltenden Muveo GmbH. „Nachhaltige Marken und der Handel erleben derzeit eine lange Phase der Herausforderungen, das lässt sich nicht leugnen. Aber aus unserer Sicht reagiert die Green Fashion-Branche darauf mit außerordentlicher Willenskraft und Ausdauer. Warum? Aus Überzeugung und weil Nachhaltigkeit die Zukunft bedeutet.“

Gegenüber 1st-blue resümiert Aussteller Nico Heuchel, Gründer der Marke Nordlicht: „Diesen Sommer lief für uns alles einen Tick besser als noch im letzten Jahr. Für uns persönlich war es etwas schade, dass der ‚Grüne Knopf‘ als staatliches Siegel nicht auf der Innatex vertreten war. Trotzdem ist die Messe für uns als nachhaltiges Label immer noch der perfekte Ort, um uns mit Gleichgesinnten auszutauschen. Das Highlight war auch diesmal wieder die inspirierende Community und die angenehme Grundstimmung, die durch die gute Organisation herrscht.“

Aki Tunçer, Retail Relationship Manager Europe/Country Manager D.A.CH., Knowledge Cotton Apparel, sagt auf Anfrage von 1st-blue: „Wir sind bzw. ich bin ein großer Fan der Innatex, da wir die kleinen, individuellen Fair- und Organic-Kunden treffen, die nicht in die Showrooms kommen und auf der Innatex drei Tage ihre Termine systematisch abarbeiten. Es herrscht immer eine sehr schöne, familiäre Atmosphäre und es macht viel Spaß, all die Freunde in der Branche zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen. Für mich sind regionale Order-Messen wie die Innatex die Zukunft, wir waren deshalb in dieser Saison auch auf keiner anderen Messe präsent. Man kann sich bei der Innatex darauf verlassen, dass die wichtigsten Kunden schon über viele Jahre zur Messe kommen.“

Verena Carney, Geschäftsführerin bei Orangenkinder, berichtet auf Nachfrage: „Uns von Orangenkinder hat gefreut, dass es diesmal wieder mehr Aussteller gab. Denn auch die Öko-Branche unterliegt einem grundlegenden Wandel, und da sind neue Geschäftsideen und ein professioneller Austausch immer gut. Unser Eindruck war, dass es wenig internationale Besucher gab. Überhaupt empfehlen wir, von Seiten der Messe noch mehr Pressearbeit zu nutzen, denn schließlich bündeln sich ja hier die Branchenneuigkeiten.“

Annette Hoffman, Geschäftsführerin bei Alma & Lovis, sagt: „Neben einem Treffen mit der nachhaltigen Community ist und bleibt die Innatex eine Ordermesse für uns. Sowohl wir, als auch unsere Händler:innen schätzen auf der Innatex die entspannte Atmosphäre und die Möglichkeiten zu einem intensiven Branchenaustausch.“

Das Fazit von Francesca Barbero, Vertrieb Tranquillo, gegenüber 1st-blue lautet: „Für uns ist die Innatex die beste Messe deutschlandweit im Bereich nachhaltige Textilien. Die Frequenz bzw. Besucherzahl ist gut und die Kunden, die man trifft, sind nicht nur vorbereitet, sondern entwickeln die umweltbewusste Community weiter. Es ist ein familiäres Miteinander, bei dem man neben dem Geschäftlichen noch viele schöne Momente erleben kann und sich gegenseitig unterstützt.“

Bei den Panel-Talks ging es unter anderem um Kooperationen, um neue Vertriebs- und Handlungsfelder zu erschließen sowie um die Hinterfragung von möglicherweise ausgedienten Geschäftsstrategien: „Pandemie, Angriffskrieg, Inflation, Digitalisierung – viele Faktoren sorgen für einen Wandel von Lebensweisen und Bedürfnissen“, so Dr. Eva Stüber vom Kölner Institut für Handelsforschung, die zu den Talk-Gästen des Panels „Hier entsteht Zukunft: Die Innenstadt als Erlebnisraum für erfolgreiche, nachhaltige Konzepte“ zählte, das in Kooperation mit dem Handelsverband Hessen stattfand. Sie sagt weiter: „Jetzt ist Kreativität gefordert. Marken und Händler:innen können neue Potentiale ausschöpfen, indem sie beispielsweise ihr Sortiment auf Marktrelevanz prüfen, sich spitzer auf Zielgruppen ausrichten, Einkaufen zu einem sozialen Event machen, sich mit Menschen aus völlig anderen Kontexten zusammenschließen und vermeintlich verrückte Ideen nicht gleich verwerfen.“ Auch die vier Lounge-Talks über Größeninklusion, Sportmode, Positionierung sowie Hanftextilien und zwei geführte Rundgänge weckten laut Veranstalter das Interesse des Publikums.

„Re- beziehungsweise Upcycling, Zirkularität, Langlebigkeit und Reparatur bleiben weiterhin Top-Themen“, so Nina Lorenzen, die mit Vreni Jäckle für die Weiterbildungs- und Vernetzungsplattform Fashion Changers steht und die erstmals zwei Lounge-Talks auf der Innatex moderiert haben. Lorenzen: „Nach unseren Talks haben sich erfahrene Labels mit Newcomer-Brands ausgetauscht. Genau darum geht es: Austausch auf Augenhöhe. […]“ Debüt feierte auch ein eigenes X52 Family Shirt, in Zusammenarbeit mit Greenbomb. Der Erlös geht an die gemeinnützige Partnerorganisation Europe Cares. Das Shirt kann künftig auch auf Greenbomb.de und Innatex.de von Endkonsumentinnen und -konsumenten erstanden werden.

Vom 20. bis 21. August 2023 folgt für diese Saison noch der Innatex Showroom in Bern; die 53ste Innatex geht dann vom 20. bis 22. Januar 2024 an den Start.

FÜR DEN VOLLSTÄNDIGEN INHALT DIESER SEITE, MELDEN SIE SICH BITTE AN.

Noch kein Mitglied?

Dann registrieren Sie sich jetzt für den kostenfreien 1st-blue-Business Club.
Als Teil unserer Community erhalten Sie Zugriff auf Branchen-News, Orderinfos, Netzwerktools und den wöchentlichen B2B-Newsletter.