K&L schließt Filialen

  /  25.01.2019

Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung von K&L ist planmäßig am 1. Januar 2019 erfolgt. Nun werden 14 Filialen geschlossen…

Das Amtsgericht Weilheim – Insolvenzgericht – hat das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung von K&L (K&L GmbH & Co. Handels-KG) planmäßig am 1. Januar 2019 eröffnet. Im Zuge der Restrukturierung werden bis Ende April 2019 14 Filialen in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen von insgesamt 54 Shops geschlossen. Dies hat die K&L-Geschäftsführung gemeinsam mit dem Betriebsrat nach Zustimmung des Gläubigerausschusses beschlossen. „Die Schließung von 14 Filialen ist leider unerlässlich, um K&L wieder nachhaltig in die Profitabilität zurückzuführen und als Ganzes erhalten zu können. Bei allen betroffenen Standorten sehen wir auch unter Annahme günstiger Rahmenbedingungen mittel- bis langfristig nicht die Chance, dass sie einen positiven Ergebnisbeitrag leisten können“, sagt Dr. Christian Gerloff, Geschäftsführer (CRO).

In den zur Schließung stehenden Filialen sind derzeit knapp 200 Mitarbeiter beschäftigt. Allen soll die Möglichkeit geboten werden, alternativ in einen der weiter bestehenden 40 Stores zu wechseln. Das operative Geschäft soll bis zum letzten Verkaufstag ohne Einschränkungen und mit dem aktuellen Sortiment weiterlaufen. Basierend auf den sich dann ergebenden Umsatzgrößen durch Schließung der Filialen werden die Strukturen der Hauptverwaltung und der Logistik am Hauptsitz in Weilheim angepasst. Davon betroffen sind knapp 20 Mitarbeiter in der Zentrale. Insgesamt beschäftigt K&L nach Durchführung der Sanierungsmaßnahmen noch knapp 900 Mitarbeiter.

„Die insgesamt vorherrschende schwierige Lage und Umsatzentwicklung im Gesamttextilmarkt bestätigt auch im Rückblick nochmals unseren konsequenten Schritt, die Restrukturierung von K&L im Rahmen eines gesteuerten Insolvenzverfahrens zu beschleunigen“, sagt Geschäftsführer (CEO) Jens Bächle. Trotz des schwierigen Marktumfelds und des negativen Trends in der Branche könne K&L auf ein positives Weihnachtsgeschäft sowie einen guten Start ins neue Jahr 2019 zurückblicken. „Wir haben die letzten drei Monate genutzt, um unser Sanierungskonzept auszuarbeiten und die Neuausrichtung des Unternehmens zu forcieren. Auch bzw. insbesondere der positive Geschäftsverlauf im Dezember und Januar zeigt, dass die bisher eingeleiteten Maßnahmen greifen“, so Bächle. 

„Seit dem im Herbst beantragten Schutzschirmverfahren hat die Geschäftsführung von K&L die insolvenzrechtlichen Möglichkeiten im Rahmen der Eigenverwaltung erfolgreich genutzt, um das Unternehmen neu auszurichten. Zudem besteht ausreichend Liquidität und K&L ist bis Ende 2019 durchfinanziert. Es gibt sehr gute Aussichten, dass das Verfahren schon bald erfolgreich abgeschlossen werden kann“, erklärt der gerichtlich bestellte Sachwalter, Rechtsanwalt Oliver Schartl, von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen.

In den nächsten Monaten sollen die im Sanierungskonzept vorgesehenen strategischen und operativen Maßnahmen konsequent umgesetzt werden. Der Fokus liege dabei unter anderem auf einer sukzessiven Modernisierung der bestehenden Filialen sowie auf einer Steigerung der Attraktivität der Verkaufsflächen und des Sortiments. Die Maßnahmen zur weiteren Optimierung des Sortiments umfassen die Konzentration auf Kernlieferanten und Kernsortimente, die Erweiterung des Angebots trendorientierter Ware und Aktionsware sowie den Ausbau der Zusammenarbeit mit Partnermarken.

Die zur Stärkung der Kapitalbasis und damit zu einer bestmöglichen Gläubigerbefriedigung angestoßene Investorensuche befinde sich aktuell auf einem guten Weg. Derzeit lägen erste indikative Angebote vor, denen nun eine vertiefte Unternehmensprüfung folgen werde. Mit einem Ergebnis im Investorenprozess könne in den nächsten Wochen gerechnet werden.

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