Kik-Streik bleibt nicht ohne Konsequenzen

  /  01.12.2014

Der Streik im Logistiklager des Textildiscounters Kik geht in die dritte Woche. Wie die aktuelle Situation gelöst wird und welche Folgen es geben könnte…

„Wir als Geschäftsführung werden niemanden verteufeln, weil er jetzt streikt. Wir werden einen Weg finden“, beteuert Burkhard Schültken, Geschäftsführer der Logistiktochter des Textildiscounters Kik, im Gespräch mit der Zeitung „Die Welt“. Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte wird gestreikt; so haben rund 140 Mitarbeiter bereits in der dritten Woche in Folge ihre Arbeit niedergelegt, dennoch laufe der Betrieb wie gewohnt, da die Arbeitnehmer für Improvisation im Falle solcher „Störfeuer“ trainiert seien. Die Forderungen nach höheren Löhnen sowie nach einer Einführung des Tarifvertrags, die mit der Unterstützung der Gewerkschaft Verdi erreicht werden sollen, drängen den Textildiscounter zu Maßnahmen, der Situation gerecht zu werden. Die übrigen Arbeitskräfte, die in logischer Folge des Streiks länger arbeiten müssen, werden diesen zufolge mit zusätzlichen 20 Euro pro Tag/pro Kopf entlohnt – den Vorwurf der „Streikbrecherprämie“ weist Schültken jedoch vehement zurück. Neben LKW-Fahrern der insgesamt 18 familiengeführten Partnerspeditionen, die über ihre bisherigen Aufgaben hinaus beim Be- und Entladen der Waren helfen, greift Kik zudem auf eine Reihe von Personaldienstleistern zurück, welche nicht tarifgebunden sind.

Den geforderten Eintritt in die Tarifbindung des Einzelhandels werde es nicht geben, erklärt Schültken mit Nachdruck, da die Abwicklung der Logistik nichts mit dem Einzelhandelsgeschäft zu tun habe. „Hier wird nichts verkauft, niemand muss beraten werden, die Kleidungsstücke werden nicht einmal ausgepackt. Wir laden Kartons aus, packen sie auf Paletten, lagern sie, kommissionieren sie und schicken sie dann an die einzelnen Filialen. Das sind Tätigkeiten, die nicht im Entferntesten dem Einzelhandel zuzuordnen sind.“ Die mit dem Tarifvertrag ersuchten höheren Löhne hätten ihre Folgen, so Schültken. Als Logistiktochter stehe man in Konkurrenz zu Speditionsunternehmen, die Kontraktlogistik anbieten. Würde man zu teuer, so könnte die Muttergesellschaft die Übernahme der gesamten Logistik – vom Wareneingang bis hin zur Distribution – durch derlei Unternehmen veranlassen. Dieser Umstand berge die Gefahr, dass sämtliche oder zumindest Teile der Arbeitsplätze umbesetzt würden oder ganz wegfielen.

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