Karstadt möchte Tempo anziehen

  /  14.06.2013

Am 13. Juni 2013 tagte der Karstadt-Aufsichtsrat. Unter anderem war die aktuelle Unternehmensstrategie eins der Themen, das besprochen wurde…

Andrew Jennings

Am 13. Juni dieses Jahres fand die im Vorfeld als „Krisensitzung“ titulierte, von Karstadt aber namentlich so dementierte Aufsichtsratssitzung des Unternehmens statt. Im Zuge derer wurde deutlich, dass man die Strategie „Karstadt 2015” weiter konsequent umsetzen will – trotz sinkendem Umsatz und dem angekündigten Weggang von CEO Andrew Jennings.

„Karstadt befindet sich unter sehr schwierigen Marktbedingungen in einem fundamentalen Transformationsprozess. Das Management musste Entscheidungen treffen, die kurzfristig negative Effekte auf Umsatz und Ertrag haben, aber notwendig für die langfristige Gesundung des Unternehmens sind. Dazu zählt z.B. der Ausstieg aus den verlustbringenden Abteilungen Multimedia, Licht oder Drogerie. Es ist wichtig, dass Karstadt weiter dem strategischen Plan ‚Karstadt 2015’ folgen wird und ihn weiter konsequent umsetzt”, so der Noch-CEO.

In den kommenden Monaten wolle er das Tempo des „Marathons“ steigern. Man habe „aufregende Entwicklungen“ vor sich, darunter „die Einführung weiterer wichtiger neuer Marken“ und „nationale Marketingkampagnen im September und Oktober dieses Jahres“.

Chief Human Resources Officer und Arbeitsdirektor Kai-Uwe Weitz erklärt zum Karstadt-Tarif-Weg: „Um die Gesundung des Geschäfts sicherzustellen, braucht Karstadt eine Tarifpause. Das Management von Karstadt hat das Ziel, mit den Betriebsräten ein Dokument zu verhandeln, in dem der Status Quo inklusive des Manteltarifvertrags garantiert wird. Wir vertrauen darauf, dass unsere Kollegen im gemeinsamen Interesse von Karstadt an den Verhandlungstisch kommen”. Das Unternehmen wechselt kürzlich vom regionalen Arbeitgeberverband in die Verbandsmitgliedschaft ohne Tarifbindung. Kommende Tariferhöhungen in der Branche werden demnach nicht umgesetzt.

Die Gewerkschaft Ver.di forderte, die Unternehmensstrategie zu überprüfen, schließlich sollen die Beschäftigten durch den bis dato über acht Jahre andauernden Verzicht auf Teile ihres Entgelts mehr als 650 Mio. Euro in das Unternehmen investiert haben. Eigner Nicolas Berggruen hatte kürzlich eingeräumt, die Probleme bei der Übernahme unterschätzt zu haben; er habe nicht gewusst, wie krank Karstadt nach 20 Jahren Missmanagement wirklich gewesen sei.

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