Karstadt-Liquiditätsproblem: „unverantwortliche Spekulation“

  /  17.06.2013

Kürzlich kündigte Andrew Jennings an, das Tempo des Transformationsprozesses zu beschleunigen, was hier und da Skepsis hervorrief. Der Karstadt-CEO äußert sich jetzt zum Vorwurf des Liquiditätsproblems…

Andrew Jennings will die Umstrukturierung bei Karstadt beschleunigen, man wolle den langfristigen Erfolg sicherstellen, dafür müssten einige Entscheidungen getroffen werden, die kurzfristig einen negativen Umsatzeffekt haben. Die Angabe, man läge 10% unter dem Vorjahr, schwächt der scheidende CEO ab; wenn man den Umsatz „auf einer vergleichbaren Basis“ gegenüberstelle, liege das Unternehmen nur 3,6% unter dem Vorjahr – nach „einem harten Weihnachtsgeschäft in Deutschland“ und „der schlimmsten Frühjahrssaison im Modebereich für Einzelhändler in Europa seit vielen Jahren“. Zudem müsse man die Schließung von Multimedia und anderen verlustbringenden Abteilungen berücksichtigen und das nicht mehr in den Umsatzzahlen inbegriffene Gastronomiegeschäft. Der vergleichbare Umsatztrend von April, Mai und Juni zeige bisher eine positive Entwicklung und liege bereits über dem Vorjahr.

Die Spekulation, Karstadt habe ein Liquiditätsproblem, sei unverantwortlich. Das Unternehmen hat laut Jennings aktuell einen Bargeldbestand von mehr als 210 Mio. Euro. Einmaleffekte wie der Stellenabbau sollen mehr als 44 Mio. Euro gekostet haben.

Karstadt mache mit der Strategie „Karstadt 2015“ große Fortschritte, die von außen schwer zu erkennen seien. Insbesondere die zweite Jahreshälfte soll weitere Neuerungen mit sich bringen: Marketing-Kampagnen, der Launch wichtiger Marken und eine neue E-Commerce-Plattform, um Karstadt.de zu stärken.

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