Karstadt: Berggruen fordert Ver.di-Unterstützung

  /  10.02.2014

Die nächste Runde der Tarifverhandlungen zwischen Karstadt und Ver.di steht kurz bevor. Nicolas Berggruen hat vorab bereits Stellung bezogen…

Für den 12. und 13. Februar 2014 ist die Fortsetzung der Verhandlungen zwischen Karstadt und Ver.di angesetzt, Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen äußerte sich auf die Gewerkschaft bezogen nun kurz vorher bereits gegenüber der Süddeutschen Zeitung zu den Forderungen: „Eigentlich müssten wir bei Karstadt sagen: Der Feind sitzt nicht drinnen, sondern da draußen – die Konkurrenz, das Internet. Stattdessen haben wir einen internen Konflikt. Mitten im Turnaround hilft das nicht.“

Berggruen übernahm das Unternehmen vor rund vier Jahren und gab jetzt auch eigene Fehler zu. Er sei als Geschäftsmann zu weich gewesen; moralisch war es ihm wichtig, kein Haus zu schließen und alle Mitarbeiter zu behalten, aber ein normaler Investor hätte sich ganz anders benommen und einen Teil der Läden geschlossen oder verkauft. Bei dem mit den Angestellten vereinbarten Gehaltsverzicht hätte man weniger gemacht, als man es von Investoren gewohnt sei, und weiterhin keine Häuser geschlossen.

Durch den Verkauf von Anteilen an den Premium- und Sport-Warenhäusern an René Benko und dessen Signa Holding habe Berggruen die stärksten Teile von Karstadt geopfert, um die schwierigsten zu stärken. Signa stelle 300 Mio. Euro bereit, die in alle drei Bereiche von Karstadt flössen. Karstadt müsse den Turnaround schaffen. Wenn alles gut liefe, sei er am Ende immer noch der Eigentümer und sehr glücklich. Aber ob Karstadt überlebe, hänge nicht allein von ihm ab.

Diamantenhändler Beny Steinmetz, an den Benko Ende letzten Jahres etwa die Hälfte seiner Anteile verkauft hatte, sei lediglich ein passiver Investor und in das operative Geschäft nicht eingebunden, erklärte Berggruen außerdem.

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