International Cotton Conference: erste Themen

  /  17.12.2025

Im März 2026 findet eine neue Ausgabe der International Cotton Conference Bremen statt. Unter anderem im Fokus: recycelte Fasern und ihre Qualitätsbewertung…

Foto: 37ste International Cotton Conference Bremen

Die 38ste International Cotton Conference Bremen, die vom 25. bis 27. März 2026 im Bremer Parlament direkt am Marktplatz der Hansestadt stattfindet, stellt die neuesten Markttrends und technischen Innovationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette in den Fokus – von der Landwirtschaft über Qualitätssicherung und Verarbeitung bis hin zur Kreislaufwirtschaft. Die Tagung gilt als Treffpunkt für alle, die die Baumwollwirtschaft wissenschaftlich, technisch oder wirtschaftlich gestalten.

Ein Thema der Konferenz werden recycelte Fasern und ihre Qualitätsbewertung sein. Recyclingfasern seien ein Schlüssel für den Weg in eine zirkuläre Textilwirtschaft, doch ihre Verarbeitung werfe entscheidende Qualitätsfragen auf: „Wie schneiden sie gegenüber Neuware ab – und wie lässt sich das überhaupt zuverlässig messen? Wie wirkt sich die Faserqualität auf die Garnqualität aus?“ Spezifische, auf Recyclingmaterial zugeschnittene Prüfmethoden seien unerlässlich, um die Leistungsfähigkeit recycelter Fasern realistisch zu bewerten. Vier Expertinnen und Experten nehmen diese Herausforderungen unter die Lupe und liefern Antworten aus Forschung und Praxis.

Stefan Fliescher, Textechno in Mönchengladbach, spricht über „Fortschritte in der Prüftechnik für mechanisch recycelte Fasern“. Während sich die Spinneignung neuer Baumwolle vor allem über Faserlängenverteilung und Nissengehalt bestimmen lasse, seien diese Merkmale bei Recyclingfasern nur begrenzt messbar. Ihr beschädigtes, heterogenes Strukturprofil erfordere angepasste Prüfverfahren. Zudem gewinnen Parameter wie der Anteil ungeöffneter Garnreste an Bedeutung. Optimierte Messtechniken seien daher zentral, um die Qualitätssicherung im mechanischen Recycling zu verbessern und stabile Garnqualitäten zu ermöglichen. 

Adele Abdoos, Mesdan, Italien, untersucht den Einsatz von Laborgeräten wie Schredder, Kardiermaschine und Garnseparator, um die Faserrückgewinnung aus verschiedenen Textilabfällen realitätsnah zu simulieren und zu optimieren. In ihrem Vortrag zeigt sie, dass gewebte Stoffe beim Zerkleinern widerstandsfähiger sind und längere Fasern behalten, während gestrickte Materialien stärker beschädigt werden und mehr Kurzfasern erzeugen. Besonders vorteilhaft habe sich die Anpassung der Maschinenparameter erwiesen, etwa durch höhere Drehzahlen der Haupttrommel und niedrigere der Arbeitswalze. Die in Bremen präsentierte Studie betont die Bedeutung von Laborversuchen, da Tests im kleinen Maßstab industrielle Ergebnisse zuverlässig vorhersagen und gleichzeitig Materialverluste reduzieren.

Christine Wörner von Uster Technologies untersucht die Qualitätsparameter von mechanisch recyceltem und neuem Baumwollgarn. Sie zeigt, dass die Qualität recycelter Baumwolle von Herkunft und Fasereigenschaften des Textilabfalls abhängt. Ein Analysevergleich mit Neuware habe deutliche Unterschiede gezeigt. Mithilfe einer Matrix wurden die Fasereigenschaften verschiedener Abfallarten erfasst und untersucht. Dabei habe sich herausgestellt, wie Produktionsparameter angepasst werden müssen, um die gewünschte Garnqualität zu erreichen und welche Auswirkungen dies auf Effizienz und Garneigenschaften hat. Die Ergebnisse liefern Hinweise zur Optimierung der Recyclinggarnproduktion und betonen die Notwendigkeit differenzierter Qualitätsbewertung im mechanischen Baumwollrecycling.

Pierre Lanfer, RWTH Aachen, untersucht in seinem Vortrag zwei mechanische Recyclingzyklen. Ausgangspunkt ist ein Gewebe aus 100% neuer versponnener bzw. verstrickter Baumwolle, das im ersten Zyklus zu Fasern zerrissen wird. Diese werden im zweiten Zyklus erneut verarbeitet. Erste Ergebnisse zeigen eine deutliche Faserverkürzung im ersten Zyklus, während der Verlust im zweiten geringer ausfällt. Die Daten deuten darauf hin, dass Einbußen bei Garn- und Gewebeeigenschaften in späteren Zyklen abnehmen könnten. Die Befunde werden anhand einer Charakterisierung des Originalgewebes sowie der Fasern, Garne und Gewebe beider Recyclingstufen präsentiert.

Weitere Details über das vorläufige Tagungsprogramm und darüberhinausgehende Meetings im Rahmen der Bremen Cotton Week sowie die Möglichkeiten zur Registrierung, aber auch zum Sponsoring finden sich auf der Website der Cotton Conference. Interessierte, die sich für eine Online-Teilnahme entschieden haben, können die Konferenz auf der Online-Plattform verfolgen. Dort haben sie Zugang zu den Hauptkonferenzsitzungen. Auch die Tagungsteilnehmenden in Präsenz können online Sessions verfolgen und die Networking-Tools nutzen.  

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