Vom 19. bis zum 21. Juli 2025 versammelten sich über 200 Green Fashion-Brands auf der 56. Innatex in Hofheim-Wallau bei Frankfurt am Main, um im Rahmen der internationalen Fachmesse für nachhaltige Textilien die Kollektionen für Frühjahr/Sommer 2026 zu präsentieren. Besonders am Sonntag, dem zweiten Messetag, herrschte laut Veranstalter „erfreulich gute Orderstimmung, vor allem in Anbetracht der allgemeinen Herausforderungen im Markt“.
„Während Fast Fashion wächst, ist das öffentliche Interesse an nachhaltiger Mode gesunken. Das betrifft nicht nur uns Händler:innen, sondern die gesamte Lieferkette“, sagt Laura Ott, Einkäuferin bei Marlowe Green Fashion und Mitglied im Marketingausschuss des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft (IVN). „Wir sind alle Unternehmer:innen mit ähnlichen Herausforderungen, aber unterschiedlichen Schwerpunkten und Erfahrungen. Das ist eine Ressource, die nicht zuletzt wirtschaftlich wertvoll ist.“
Viele Modemarken setzen auf alternative Materialien, die mehrere Vorteile vereinen, von recycelten und recycelbaren Materialien über Features wie Atmungsaktivität und Thermoregulierung bis hin zu speziellen Techniken, die Stoffe z.B. auch ohne Elasthan dehnbar machen. Der Ruf nach Innovation und Funktionalität sei so laut, dass bewährte, von Natur aus nachhaltige Textilien in den Hintergrund geraten können. Unternehmen reagieren damit, dass sie Klassiker neu aufsetzen.
„Die Branche steht mitten in einer grundlegenden Transformation zwischen Sheinification, Rechtsruck, Generationenwechsel, Digitalisierung und wachsender Preissensibilität“, sagt Nina Lorenzen, Mitgründerin der Fashion Changers. „Unternehmen bleiben relevant, wenn sie bereit sind, neu zu denken – etwa indem sie Shopping zum Erlebnis machen oder Mode als Statement und Protestform gestalten.“
Der Umgang mit sowohl neueren als auch bevorstehenden gesetzlichen Vorgaben stelle ebenfalls eine Herausforderung dar. Bis September 2026 müssen die EU-Mitgliedsstaaten die EmpCo-Richtline (Empowering Consumers for the Green Transition) in nationales Recht überführen. Sie regelt unter anderem, wie Unternehmen Nachhaltigkeit kommunizieren dürfen. Ein weiteres Beispiel betreffe die Lederverarbeitung: Aktuell wird ein Stoff, der auch für die ökologische Gerbung verwendet wurde, von der EU eingeschränkt. Das zwinge Herstellerinnen und Hersteller dazu, ihre Prozesse umzustellen. „Wir stellen einen überaus hohen Gesprächsbedarf fest“, resümiert Innatex-Projektleiter Alexander Hitzel. „Die Anforderungen an Green Fashion werden komplexer und dynamischer. Es gibt nicht die eine einfache Lösung für alle Akteur:innen und Problematiken. Jetzt zählt, dass Unternehmen passgenaue Antworten auf ihre spezifischen Fragen finden. Plattformen, die Impulse geben und Kooperation fördern, sind wichtiger denn je.“
Am 17. und 18. August lädt der Innatex Showroom in Bern, Schweiz, mit rund 40 Brands zum Abschluss der Order-Saison. Die nächste Innatex findet vom 17. bis zum 19. Januar 2026 statt.
Innatex: „Impulse geben, Kooperation fördern“
/ 23.07.2025Rund 200 nachhaltige Brands zeigten sich auf der Juli-Ausgabe 2025 der Innatex. Im Fokus: neue Materialien und Herstellungstechniken, Herausforderungen und Transformation…

Fair Impression Overview ©Innatex Scope
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