In den nächsten fünf Jahren könnten rund 45.000 stationäre Geschäfte, und damit jedes zehnte, vor dem Aus stehen. Zu diesem Ergebnis kam jetzt eine Studie des IFH Köln. Aktuell shoppen rund 73% der Internetnutzer im Netz, für 2020 ergibt das einen Online-Umsatzanteil am Einzelhandel insgesamt zwischen 11,9 und 15,3% – ohne Güter des täglichen Bedarfs von bis zu 25,3%. Daneben beeinflusst vor allem die Bevölkerungsentwicklung die Handelslandschaft: Schrumpft diese, sinken auch die Einzelhandelsumsätze.
Neben Hamburg und Berlin haben die Bundesländer beziehungsweise die Regionen Baden-Württemberg, Mittel-/Südbayern sowie Südhessen und die südliche Niederrheinregion die geringsten negativen Auswirkungen auf den stationären Einzelhandel zu erwarten. Die größten Einschnitte wird es laut IFH voraussichtlich in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen geben. „Dies liegt unter anderem daran, dass sich durch den erwarteten Bevölkerungsrückgang in diesen Regionen Versorgungslücken verstärken und diese durch den Online-Handel aufgefangen werden“, erklärt Boris Hedde, Geschäftsführer des IFH Köln. „Damit sich auch kleinere Städte für die Zukunft attraktiv aufstellen können, muss ein Umdenken erfolgen. Noch kann der Wandel aktiv gestaltet werden. Auch Kooperationen von Standorten oder ein strategisch angelegter prozessualer Rückbau können eine Chance sein“, so Hedde weiter.
