Hugo Boss senkt die Jahresprognose

  /  03.11.2026

Im dritten Quartal verliert Hugo Boss im eigenen Einzelhandel acht Prozent Umsatz, im Großhandel zwei Prozent. Beide Werte sind währungsbereinigt…

Boss zeigt Herbst/Winter 2026/27 in Mailand.

Hugo Boss erwartet für 2026 ein operatives Ergebnis von 250 bis 300 Millionen Euro. Bislang hatte der Metzinger Modekonzern mit 300 bis 350 Millionen Euro gerechnet. Beim Umsatz geht das Unternehmen nun von einem währungsbereinigten Rückgang im hohen einstelligen Prozentbereich aus. Zuvor hatte es ein Minus im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich erwartet.

Im dritten Quartal sank der Konzernumsatz um vier Prozent auf 946 Millionen Euro, währungsbereinigt um fünf Prozent. Im eigenen Einzelhandel, der die eigenen Stores und die selbst betriebenen digitalen Kanäle umfasst, lag der Umsatz währungsbereinigt acht Prozent unter Vorjahr. Auf vergleichbarer Fläche verloren die eigenen Stores sechs Prozent, die eigenen digitalen Kanäle 16 Prozent. Im Großhandel lag das Minus bei zwei Prozent. Nach den ersten neun Monaten zählte Hugo Boss netto 27 Stores weniger als zu Jahresbeginn.

Die Bruttomarge stieg um 2,2 Prozentpunkte auf 63,3 Prozent. Hugo Boss führt das unter anderem auf eine effizientere Beschaffung und eine angepasste Preisgestaltung zurück. Die Vorräte lagen 14 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das operative Ergebnis sank von 95 auf 81 Millionen Euro.

Für das Schlussquartal rechnet der Konzern mit einer schwächeren Nachfrage als bisher. Zudem belasten höhere Abschreibungen auf ausgewählte IT-Systeme und Software das Jahresergebnis. Hugo Boss setzt wegen der schnellen Entwicklung bei KI und anderen Technologien eine kürzere Nutzungsdauer für diese Systeme an. Die Abschreibungen selbst führen zu keinem Mittelabfluss.

Die britische Frasers Group hält seit Oktober die Aktienmehrheit an Hugo Boss. Wie 1st-blue am 24. Oktober berichtete, hatte Frasers seinen direkten Anteil auf 50,08 Prozent erhöht.

Key Facts
Unternehmen: Hugo Boss AG
Berichtszeitraum: drittes Quartal 2026
Konzernumsatz: 946 Millionen Euro, nominal minus vier Prozent, währungsbereinigt minus fünf Prozent
Eigener Einzelhandel: währungsbereinigt minus acht Prozent
Eigene Stores auf vergleichbarer Fläche: währungsbereinigt minus sechs Prozent
Eigene digitale Kanäle: währungsbereinigt minus 16 Prozent
Großhandel: währungsbereinigt minus zwei Prozent
Store-Netz nach neun Monaten: netto 27 Standorte weniger als zu Jahresbeginn
Bruttomarge: 63,3 Prozent, plus 2,2 Prozentpunkte
Vorräte: 14 Prozent unter Vorjahr
Operatives Quartalsergebnis: 81 Millionen Euro nach 95 Millionen Euro im Vorjahr
Neue Umsatzprognose 2026: währungsbereinigtes Minus im hohen einstelligen Prozentbereich
Neue EBIT-Prognose 2026: 250 bis 300 Millionen Euro statt 300 bis 350 Millionen Euro

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