Die H&S Schuhhandelsgesellschaft mbH mit Sitz in Laufach, Bayern, hat beim Amtsgericht Aschaffenburg einen Antrag auf Eigenverwaltung gestellt, dem bereits entsprochen wurde. Mit dem Schutzschirmverfahren wolle H&S die Chance auf eine nachhaltige wirtschaftliche Neuausrichtung nutzen. „Unser primäres Ziel ist es, unser Unternehmen finanziell wieder auf Spur zu bringen, erfolgreich fortzuführen und die Arbeitsplätze zu erhalten“, sagt Geschäftsführer Eike Schmidt. Die rund 82 Beschäftigten wurden über die aktuelle Situation informiert. Die Löhne und Gehälter sind bis Ende Oktober 2025 über die Bundesagentur für Arbeit gesichert. Ab November werde das Unternehmen die Zahlungen wieder selbst übernehmen.
Die Geschäftsführung bleibt mit Schmidt und Oliver Hauk weiterhin im Amt und voll handlungsfähig. Ergänzt wird das Führungsteam durch Rechtsanwältin Katrin Schröder von der Wirtschaftskanzlei BCLP in Frankfurt am Main, die als Generalhandlungsbevollmächtigte bestellt wurde. Zum Beratungsteam bei BCLP gehört zudem Daniel Odenthal, Senior Associate, Restrukturierung & Insolvenzrecht. Zum vorläufigen Sachwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Nicolai Fischer von der Kanzlei White & Case in Frankfurt am Main bestellt. Er begleitet das Verfahren, gemeinsam mit seinem Team bestehend aus Fabian Volk und Julia Bäuml-Zettelmann, im Interesse der Gläubiger und überwacht die Geschäftsführung.
„Für Mitarbeiter und Kunden wird alles wie gewohnt weiterlaufen“, so Schröder. Bereits vor Antragstellung habe H&S einen Sanierungskurs eingeschlagen, der erste positive Entwicklungen zeige. „Dieser Weg wird nun in der Eigenverwaltung konsequent fortgesetzt. Das Unternehmen hat gute Aussichten, nach der Sanierung gestärkt in die Zukunft zu starten“, sagt Fischer.
Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Unternehmens, das sich auf den Verkauf von Schuhen von Labels wie Ara, Rieker, Tamaris, Sketchers und Gabor spezialisiert hat, resultierten insbesondere aus gestiegenen Kosten in den Bereichen Energie, Personal und Miete. Zudem sei der erhoffte wirtschaftliche Aufschwung nach der Corona-Pandemie ausgeblieben, wodurch pandemiebedingte Kredite nicht wie geplant zurückgeführt werden konnten. Die aktuelle politische und wirtschaftliche Unsicherheit führe weiterhin zu Kaufzurückhaltung bei den Konsumentinnen und Konsumenten. Das Handelsunternehmen im Rhein-Main-Gebiet ist mit 15 Shops, darunter fünf Schuh-Galerien, sowie über verschiedene Onlineplattformen präsent.
H&S: Sanierung im Schutzschirmverfahren
/ 19.08.2025Die H&S Schuhhandelsgesellschaft will sich im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens sanieren. Der vorläufige Sachverwalter spricht von „guten Aussichten“…

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