H&M verfehlt Erwartungen

  /  25.06.2026

H&M hält die Marge stabil, bleibt beim Umsatz aber unter Druck. Das zweite Quartal zeigt Fortschritte bei Profitabilität, aber Schwächen bei Nachfrage und Warensteuerung…

H&M hat im zweiten Geschäftsquartal 2026 weniger umgesetzt als im Vorjahr. Der Umsatz sank in den drei Monaten bis Ende Mai auf 54,83 Mrd. SEK, umgerechnet rund 5,0 Mrd. Euro, nach 56,71 Mrd. SEK, rund 5,2 Mrd. Euro, im Vorjahreszeitraum. In lokalen Währungen lagen die Verkäufe laut Konzern ungefähr auf Vorjahresniveau.

Das operative Ergebnis blieb mit 5,91 Mrd. SEK, rund 540 Mio. Euro, nahezu stabil. Die operative Marge stieg von 10,4 auf 10,8%. Ohne Restrukturierungskosten von 679 Mio. SEK, rund 62 Mio. Euro, legte das operative Ergebnis nach Unternehmensangaben um 11% zu. Unter dem Strich erzielte H&M einen Gewinn von 3,96 Mrd. SEK, rund 360 Mio. Euro.

Für Konzernchef Daniel Ervér fällt das Quartal gemischt aus. Die Profitabilität habe sich weiter verbessert, zugleich seien die Verkäufe etwas schwächer ausgefallen als geplant. H&M verweist auf ein strafferes Bestandsmanagement, das zwar die Lagerproduktivität verbessert, in einigen Fällen aber auch dazu geführt habe, dass Nachfrage nicht vollständig bedient werden konnte.

Der Punkt ist für den Modehandel relevant. H&M arbeitet seit längerem daran, Bestände zu reduzieren, Sortimente präziser zu steuern und die Profitabilität zu erhöhen. Gleichzeitig darf die Verfügbarkeit nicht zu stark leiden. Wenn Kund*innen gewünschte Produkte nicht finden, schlägt bessere Lagerdisziplin schnell auf den Umsatz durch.

Auch das Filialnetz wird weiter verkleinert. Am Ende des Quartals betrieb H&M rund 3% weniger Stores als ein Jahr zuvor. Parallel investiert der Konzern in Kollektionen, Marketing und eine schnellere Reaktion auf Trends. Die Konkurrenz durch Inditex, Shein, Primark und weitere preisaggressive Modekonzepte bleibt hoch.

Für Juni erwartet H&M in lokalen Währungen Verkäufe auf Vorjahresniveau. Damit bleibt die Erholung vorsichtig. Der Konzern gewinnt bei Marge und Kostenkontrolle an Stabilität, muss aber zeigen, dass sich bessere Profitabilität wieder mit klarerem Umsatzwachstum verbinden lässt.

Key Facts
Unternehmen: H&M Group
Zeitraum: zweites Geschäftsquartal 2026, März bis Mai
Umsatz: 54,83 Mrd. SEK, rund 5,0 Mrd. Euro
Vorjahresumsatz: 56,71 Mrd. SEK, rund 5,2 Mrd. Euro
Entwicklung in lokalen Währungen: ungefähr auf Vorjahresniveau
Operatives Ergebnis: 5,91 Mrd. SEK, rund 540 Mio. Euro
Operative Marge: 10,8%
Vorjahresmarge: 10,4%
Restrukturierungskosten: 679 Mio. SEK, rund 62 Mio. Euro
Gewinn nach Steuern: 3,96 Mrd. SEK, rund 360 Mio. Euro
CEO: Daniel Ervér
Juni-Ausblick: Verkäufe in lokalen Währungen auf Vorjahresniveau erwartet

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