H&M stellt seine Vertriebsorganisation neu auf. Seit dem 1. September entfällt die bisherige regionale Organisationsebene. Deutschland wird damit nicht mehr innerhalb der bisherigen Region Central Europe gesteuert, sondern als eigener Sales Market mit mehr Verantwortung für das operative Geschäft.
Der Gedanke dahinter ist vergleichsweise einfach: H&M will weniger Hierarchie und kürzere Entscheidungswege. „Wir haben die Komplexität der Organisation weiter reduziert und Entscheidungen näher an die Kunden verlagert“, erklärt CEO Daniel Ervér im Halbjahresbericht. Die Veränderungen sollen die lokale Relevanz stärken und es ermöglichen, schneller auf Kundenbedürfnisse zu reagieren.
Für Hamburg verändert sich damit die Rolle des bisherigen Regionalstandorts. Die Stadt bleibt Sitz des Deutschland-Geschäfts, verliert aber ihre übergeordnete Funktion für die Region Central Europe.
Der Umbau ist Teil einer konzernweiten Vereinfachung der Organisation. Im zweiten Quartal verbuchte H&M dafür einmalige Restrukturierungskosten von 679 Mio. Schwedischen Kronen, umgerechnet rund 61 Mio. Euro. Ohne diese Kosten gingen die Vertriebs- und Verwaltungsausgaben in lokalen Währungen um zwei Prozent zurück.
Parallel dazu will H&M in der zweiten Jahreshälfte mit der Modernisierung seiner digitalen Infrastruktur beginnen. Sie soll bessere Entscheidungsgrundlagen, schnellere Prozesse und mehr Präzision bei Sortiments- und Bestandsplanung ermöglichen.
Für Deutschland bedeutet die Neuordnung damit vor allem: weniger Steuerung über eine übergeordnete Region und mehr Verantwortung direkt im Markt. Hamburg bleibt Deutschland-Zentrale, ist künftig aber nicht mehr die Schaltstelle für Central Europe.
Key Facts
Unternehmen: H&M Group
Neue Vertriebsorganisation: seit 1. September 2026
Änderung: bisherige Regionalebene entfällt
Deutschland: eigener Sales Market mit mehr Verantwortung
Bisherige Region: Central Europe
Hamburg: bleibt Deutschland-Standort, verliert Regionalfunktion
Ziel: weniger Komplexität, kürzere Entscheidungswege und mehr lokale Relevanz
Restrukturierungskosten Q2 2026: 679 Mio. Schwedische Kronen
Umgerechnet: rund 61 Mio. Euro
Digitale Infrastruktur: Modernisierung ab zweiter Jahreshälfte 2026
CEO: Daniel Ervér
