HDE: Ver.di gefährdet Tarifverhandlungen

  /  10.06.2013

„Destruktives Verhalten“ wirft der HDE-Tarifgeschäftsführer Heribert Jöris Ver.di vor, auch bei den Arbeitnehmern fände die Gewerkschaft kaum noch Anklang…

In der aktuell laufenden zweiten Tarifverhandlung zwischen dem Handelsverband Deutschland (HDE) und Ver.di kritisiert ersterer die Blockadehaltung der Gewerkschaftsseite. In der ersten Runde der Debatte im Januar dieses Jahres hatte der HDE die Modernisierung der Entgelt- und Mantelverträge im Einzelhandel angekündigt. Um möglichst rasch zu einer Lösung des Konfliktes zu gelangen, habe man in den Gebieten Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und dem Saarland erste Angebote vorgelegt. Bedingung dieser war allerdings, dass die Gewerkschaft sich bereit erkläre, notwendigen Veränderungen im Bereich der Arbeitszeitflexibilisierung und den Zuschlagsregelungen zuzustimmen. Ver.di habe eine Verhandlung der Reformthemen jedoch nun mit der Begründung abgelehnt, man wolle in dieser Tarifrunde ausschließlich über die Erhöhung der Löhne und Gehälter verhandeln.

„Ver.di gefährdet durch sein destruktives Verhalten den Flächentarifvertrag im Einzelhandel“, so HDE-Tarifgeschäftsführer Heribert Jöris. „Wir haben mit der Vorlage unterschriftsreifer Entwürfe deutlich gemacht, worum es uns geht. Nämlich die Anpassung des Manteltarifvertrages an die Realität und die Arbeitsbedingungen von heute.“ Alle anderen manteltarifvertraglichen Regelungen sollen ausdrücklich nicht in Frage gestellt werden.

Die Arbeitgeber sehen durch die Reformverweigerung der Gewerkschaft den Flächentarifvertrag in Gefahr und die Haltung von Ver.di werde aufgrund des geringen gewerkschaftlichen Organisationsgrads im Handel auch unter den Arbeitnehmern keinen Anklang finden, heißt es seitens des HDE. Aktuelle Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung zeigen, dass nur noch 40% der Arbeitnehmer in Unternehmen arbeiten, die eine Mitgliedschaft mit Tarifbindung im Einzelhandelsverband unterhalten. Laut der letzten Erhebungen im Januar 2013 waren dies noch knapp 50%.

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