HDE prognostiziert Handelssterben

  /  20.04.2015

50.000 Einzelhandelsgeschäfte werden nach Ansicht des HDE-Präsidenten Josef Sanktjohanser in den kommenden Jahren schließen. Wo?

Lyle & Scott

Der Präsident des Deutschen Handelsverbandes (HDE), Josef Sanktjohanser, rechnet mit einem verstärkten Sterben von Einzelhandelsgeschäften in Deutschlands Städten. Insbesondere in strukturschwachen Gebieten, die bereits zum jetzigen Zeitpunkt mit einer voranschreitend sinkenden Kundenfrequenz zu kämpfen haben, stünden tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel, so Sanktjohanser gegenüber der WirtschaftsWoche. Der HDE-Präsident fordere im Angesicht dessen „gleiche Spielregeln für Online- und stationären Handel“ sowie das Ende der Steuersparmodelle von ausländischen Konzernen wie Amazon. 

Das vermeintliche Sterben des Einzelhandels liege aber nicht nur an der wachsenden Konkurrenz durch alternative Kanäle wie den E-Commerce, sondern auch an der „demografischen Entwicklung und der Abwanderung der Menschen in größere Städte“, so Sanktjohanser weiter. Einer Verödung der Klein- und Mittelstädte könne nur die Politik entgegenwirken, so seien staatliche Investitionen in die Stadtzentren ebenso erforderlich wie Erleichterungen im Bau- und Steuerrecht. Derlei Themen wolle man im Rahmen der anstehenden Initiative „Dialogplattform Einzelhandel“ mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel ansprechen. Auch sei es im Interesse des HDE, einen zukunftsfähigen Tarifvertrag zu erstellen, der Domains wie die Digitalisierung abbildet. Hier könnte Ver.di allerdings Widerstand leisten, da im Zuge einer Tarifmodernisierung auch Fragen nach Qualifikationen und die Neusortierung von Lohngruppen im Fokus stehen.

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