HDE prognostiziert Anstieg im Einzelhandelsumsatz

  /  03.09.2014

Die Gesamtwirtschaft büßt aktuell an Schwung ein, nichtsdestotrotz erwartet der HDE 2014 Zuwächse beim Einzelhandelsumsatz. Ein Motor sei der wachsende E-Handel…

Aufgrund der aktuellen politischen sowie gesamtwirtschaftlichen Lage innerhalb der Eurozone bleibt die exportorientierte deutsche Wirtschaft anfällig, was sich nicht nur am Rückgang des Bruttoinlandproduktes sondern auch anhand der Zahlen des Ifo-Geschäftsklimaindexes feststellen lässt. Laut HDE spielen deshalb die binnenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine weitgehend positive Entwicklung des Einzelhandels eine wichtige Rolle. Durch hohe Erwerbstätigkeit, Lohnsteigerungen, niedrige Inflation sowie günstige Zinsen konnte der Konsum 2014 bis zum jetzigen Zeitpunkt angetrieben werden, weshalb der HDE mit einem nominalen Umsatzplus von 1,5% für das Gesamtjahr 2014 rechnet. Im ersten Halbjahr konnte die Branche die Erwartungen – mit einem Zuwachs von nominal 2,4% (preisbereinigt 1,6%) – leicht übertreffen. Impulse kamen insbesondere aus den Bereichen Kosmetik, Körperpflege (+9,3% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, real +9,2%) sowie Bekleidung (nominal +2,7%, real +1,7%). Die Entwicklung des Lebensmittelhandels zeigt sich ebenfalls robust.

Auch die Unternehmen zeichnen ein insgesamt positives Gesamtbild. Im Vergleich zum Vorjahr befindet sich die Bewertung der aktuellen Geschäftslage auf dem Weg der Besserung, zudem soll sich die Gewinnsituation, wenn auch auf „unbefriedigendem“ Niveau entspannt haben. Gut ein Drittel der Unternehmen rechnet für die zweite Jahreshälfte jedoch mit einem Umsatzanstieg. Das Gesamtvolumen könne voraussichtlich 456,8 Mrd. Euro betragen. Positiven Einfluss darauf hat dabei vor allem der Onlinehandel. Drei Viertel der befragten Multi-Channel-Unternehmen erwarten steigende Umsätze in 2014, laut Statistik nutzen jedoch etwa 70% der befragten stationären Händler den Vertriebskanal Internet noch nicht aktiv. Im Einzelhandel insgesamt liegt der Onlineanteil bei rund 9%, im Non-Food-Bereich bereits bei etwa 18%.

Alles in allem verzeichnet der Markt ein schwaches Wachstum, was vielfach auf die Umsatzeinbußen im stationären Handel zurückzuführen sei. Aus diesem Grund rät der HDE verstärkt zu einer intelligenten Vernetzung städtischer Funktionen aus Handel, Gastronomie, Kultur und Freizeit, um dem „schleichenden Bedeutungsverlust entgegenzuwirken“. Gelinge dies nicht, könnten bis 2020 rund 50.000 Standorte als Folge des Strukturwandels vom Markt verschwinden – besonders schwierig werde es demnach für kleine und mittelständische Händler, die nicht in Genossenschaften oder Verbundgruppen eingebunden sind. Darüber hinaus dürfte die Filialisierung des Einzelhandels tendenziell weiter zunehmen sowie der E-Sektor sich konsolidieren.

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