HDE: Kostenkrise gefährdet Jobs

  /  22.04.2026

Laut HDE-Umfrage zu den Folgen des Iran-Kriegs sehen 72% der Unternehmen bei steigenden Kosten Arbeitsplätze in Gefahr. Die Entlastungsprämie stößt auf Ablehnung…

Angesichts der massiven Belastungen von Unternehmen und Verbrauchern fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) wirksame und schnelle Maßnahmen zur Entlastung. Eine aktuelle HDE-Umfrage zeigt die kritische Bewertung der bisher von der Bundesregierung getroffenen Maßnahmen. „Die Kosten explodieren. Bei Energie und Personal hatten wir schon vor dem Iran-Krieg eine mehr als schwierige Situation. Das wurde und wird derzeit noch herausfordernder. Deshalb darf die Bundesregierung nicht bei den von ihr verkündeten Trostpflastern stehen bleiben. Wir brauchen echte Reformen mit nachhaltiger Wirkung“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. 

Die aktuelle HDE-Umfrage macht die Unzufriedenheit im Einzelhandel deutlich: So bewerten 85% der befragten Händlerinnen und Händler die Kraftstoffsteuersenkung als unzureichend. Bei der Entlastungsprämie von 1.000 Euro wird große Ablehnung sichtbar: 83% der Befragten sehen die Zahlung einer solchen Entlastung als staatliche Angelegenheit an, nicht als Leistung der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber. „Es kann doch nicht sein, dass der Staat den Bürgern Entlastung verspricht und dann die Unternehmen auffordert, das zusätzlich zum normalen Lohn aus ihren Budgets zu bezahlen […]“, so von Preen weiter.

89% der Handelsunternehmen rechnen infolge des Kriegs im Iran mit weiteren Kostensteigerungen. „Das sind dramatische Werte. Die Bundesregierung muss reagieren. Wir brauchen jetzt spürbare Entlastungen. Dazu muss endlich die Stromsteuer für alle Unternehmen und Privatverbraucher auf das zulässige Minimum abgesenkt werden. Gleichzeitig ist der Faktor Arbeit zu teuer, wir brauchen einen Deckel für die Lohnnebenkosten bei 40%“, so der HDE-Präsident. Die Umfrage zeigt, dass aufgrund der Kostensteigerungen 72% der Händlerinnen und Händler kurz- und mittelfristig Arbeitsplätze in ihren Unternehmen in Gefahr sehen.

Die Umfrage wurde vom Handelsverband Deutschland vom 16. bis zum 20. April 2026 durchgeführt. Insgesamt antworteten 436 Handelsunternehmen.

Update, 23. April 2026
: Die Europäische Kommission hat heute neue Pläne für Energiehilfen vorgelegt. Diese sehen u.a. vor, den Mitgliedstaaten mehr Spielraum bei der Absenkung der Stromsteuer zu geben. Der HDE bewertet das positiv, fordert aber gleichzeitig die Bundesregierung zu einer schnellen Nutzung der bestehenden Spielräume für eine Senkung der Stromsteuer für alle Unternehmen sowie Privatverbraucherinnen und -verbraucher auf.

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