Für das laufende Geschäftsjahr prognostiziert der Handelsverband Deutschland (HDE) im deutschen Online-Handel eine Umsatzsteigerung von 12% auf rund 33 Mrd. Euro. Damit das Potenzial aber völlig ausgeschöpft werden könne, müssten – laut stellvertretendem HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp – die Rahmenbedingungen stimmen. Es müsse eine Balance zwischen unnötigen gesetzlichen Anforderungen an die Unternehmen sowie dem Daten- und Verbraucherschutz gefunden werden.
Aus diesem Grund hat der HDE ein Positionspapier für den Bereich E-Commerce zusammengefasst, in dem unter anderem Themen wie Datenschutz, Abnahmemissbrauch, mobile Netze, die Gewährleistung des freien Wettbewerbs auf den Paketzustellmärkten, effiziente Zahlungsabwicklungen sowie kartellrechtliche Maßnahmen gegenüber marktmächtigen Anbietern im Fokus stehen.
So plädiert der HDE dafür, dass eine weitere Anhebung des Datenschutzniveaus in Deutschland nicht von Nöten sei, da dieses ohnehin bereits sehr hoch sei. Ebenso solle man den Abnahmemissbrauch einstellen, der viele Händler wirtschaftlich massiv schädige. Zusätzlich sehe man den Ausbau der Breitbandnetze, schneller mobiler Netze sowie die Bereitstellung effizienter und verschiedener Zahlungsmöglichkeiten als wichtige Rahmenbedingung für einen funktionierenden und sich weiter entwickelnden Online-Handel. Darüber hinaus will der HDE den Paketwettbewerb für mehr Konkurrenz öffnen, um die Lieferkosten für Händler auf einem erschwinglichen Niveau zu halten. Gleichzeitig unterstütze der Handelsverband die Bestrebungen der Kartellaufsichtsbehörden, marktmächtige Anbieter im Internet in die kartellrechtlichen Schranken zu weisen, sofern sie mit ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen Missbrauch von Marktmacht betreiben und damit negative Auswirkungen auf den Wettbewerb haben.
