HDE erwartet leichtes Plus im Weihnachtsgeschäft

  /  05.11.2026

Der HDE erwartet zwei Prozent mehr Weihnachtsumsatz. Doch 56 Prozent der befragten Nicht-Lebensmittelhändler rechnen mit schwächeren Geschäften…

56 Prozent der befragten Nicht-Lebensmittelhändler erwarten ein schwächeres Weihnachtsgeschäft.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) prognostiziert für November und Dezember 2026 einen Einzelhandelsumsatz von 129,2 Milliarden Euro. Das entspräche einem nominalen Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Preisbereinigt erwartet der Verband ein Wachstum von einem Prozent. Die Prognose umfasst den gesamten Einzelhandelsumsatz der beiden Monate, einschließlich der Alltagskäufe. Die Umsatzbeträge sind ohne Umsatzsteuer ausgewiesen.

Bei den Geschenkausgaben zeichnet sich dagegen kaum Bewegung ab. Verbraucher planen dafür durchschnittlich 262 Euro ein, nach 263 Euro im Vorjahr. 55 Prozent wollen genauso viel ausgeben wie 2025, 24 Prozent weniger und zehn Prozent mehr. Grundlage ist eine Befragung von 2.098 Erwachsenen, die YouGov für das Handelsblatt Research Institute im Auftrag des HDE vom 13. bis 15. Oktober durchgeführt hat.

„Es gibt Anzeichen dafür, dass Weihnachten der Krise trotzen kann“, sagt HDE-Präsident Alexander von Preen. Zugleich verweist er auf steigende Energie- und Personalkosten sowie die Belastung durch Bürokratie. Stabile geplante Geschenkausgaben stehen damit einem weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Umfeld gegenüber.

Entsprechend vorsichtig fallen die Erwartungen vieler Unternehmen aus. In einer separaten HDE-Umfrage unter 300 Handelsunternehmen rechnen 85 Prozent damit, dass Kunden stärker auf die Preise achten. 84 Prozent erwarten wegen der schwachen Konsumstimmung zurückhaltende Verbraucher. Unter den befragten Nicht-Lebensmittelhändlern gehen 56 Prozent von einem schlechteren oder deutlich schlechteren Weihnachtsgeschäft als im Vorjahr aus.

Für den Modehandel liefert die Verbraucherbefragung einen konkreten Anhaltspunkt: 20 Prozent planen, Bekleidung oder Schuhe als Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Gutscheine führen mit 30 Prozent die Liste an, gefolgt von Spielwaren mit 27 Prozent, Büchern und Schreibwaren mit 25 Prozent sowie Kosmetik und Körperpflege mit 23 Prozent. Mehrfachnennungen waren möglich. Die Werte beschreiben Kaufabsichten, keine Umsatzanteile.

Stärkeres Wachstum erwartet der HDE im Onlinehandel. Dessen Umsatz soll im November und Dezember nominal um 4,1 Prozent auf 23,1 Milliarden Euro steigen. Preisbereinigt prognostiziert der Verband ein Plus von 3,2 Prozent. Damit würde das Onlinegeschäft sowohl nominal als auch real stärker zulegen als der Einzelhandel insgesamt.

Key Facts
Prognose: HDE-Weihnachtsgeschäft 2026
Zeitraum: November und Dezember
Einzelhandelsumsatz: 129,2 Mrd. Euro, nominal +2 %, real +1 %
Onlineumsatz: 23,1 Mrd. Euro, nominal +4,1 %, real +3,2 %
Umsatzangaben: Ohne Umsatzsteuer
Geplante Geschenkausgaben: Durchschnittlich 262 Euro pro Person
Bekleidung und Schuhe: Von 20 % der Verbraucher als Geschenkekauf geplant
Verbraucherbefragung: 2.098 Erwachsene, 13. bis 15. Oktober 2026
Separate Händlerbefragung: 300 Handelsunternehmen

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