HDE: Einzelhandel vor herausforderndem Jahr

  /  04.02.2026

Laut HDE kalkuliert im Einzelhandel fast die Hälfte mit weniger Umsatz als in 2025. Zum Valentinstag ist die Überschneidung mit dem Karnevalssamstag nicht hilfreich…

Die Rahmenbedingungen für den Einzelhandel bleiben 2026 schwierig. Das zeigen die Einschätzungen von knapp 600 Handelsunternehmen in einer Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Demnach rechnen in diesem Jahr 49% der Befragten mit Umsätzen unter Vorjahr, 29% hoffen, das Vorjahresniveau zu erreichen und 23% gehen von einer Steigerung aus. Der HDE rechnet somit in seiner Jahresprognose nominal mit einem Umsatzplus von 2% im Vergleich im Vorjahr für den Einzelhandel in Deutschland, real bedeutet das ein Plus von einem halben Prozent. 

Auch zum anstehenden Valentinstag könnten die Umsätze sinken. Laut HDE planen 20% der Konsumentinnen und Konsumenten, anlässlich des Valentinstags einzukaufen, knapp 8% weniger als 2025. Grund dafür sei unter anderem, dass der Valentinstag und der Karnevalssamstag in diesem Jahr auf einen Tag fallen. Jeder zwölfte Befragte gibt daher an, auf den Valentinstag zu verzichten und stattdessen Karnevalsausgaben zu tätigen. Lagen die Umsätze 2025 noch bei 1,3 Mrd. Euro, sind es 2026 voraussichtlich 1,18 Mrd. Euro.

Um die Lage für die Handelsunternehmen zu verbessern, fordert der HDE die Politik auf, Kostentreiber wie die hohen Energiepreise abzusenken. Auch die Gewerkschaft Ver.di sieht der Verband in der Verantwortung. „Das neue Jahr beginnt für den Einzelhandel ohne richtigen Schwung. Die Verbraucherstimmung macht am aktuellen Rand zwar Hoffnung auf Besserung, verharrt aber weiterhin auf unbefriedigendem Niveau. Zu groß ist angesichts geopolitischer Konflikte und eines erratischen US-Präsidenten die Verunsicherung“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Der Onlinehandel bleibe der Wachstumstreiber der Branche. Hier werden die Umsätze laut HDE um nominal 4,4% zulegen, das entspricht einem realen Plus von 3,5%. Die Umsätze im Einzelhandel in Deutschland dürften damit voraussichtlich bei 697,4 Mrd. Euro liegen, der Onlinehandel werde 96,3 Mrd. Euro beitragen.

„Es sieht derzeit nicht nach dem großen Aufatmen im Einzelhandel aus. Wir brauchen jetzt eine echte Aufbruchsstimmung. Da ist die Bundesregierung gefragt, mit den richtigen Maßnahmen einen Aufwärtstrend auszulösen“, so der HDE-Präsident. Die Unternehmen hoffen insbesondere beim Thema Bürokratie auf Erleichterungen; 59% sehen das als Top-Thema. Sowohl im Bereich Energie als auch bei den steigenden Kosten für den Faktor Arbeit sei dringende Hilfe gefordert. Von Preen: „Es braucht Entlastungen, die auch tatsächlich ankommen. Die Stromsteuer muss endlich zeitnah für alle gesenkt werden. Und bei den Sozialversicherungsbeiträgen braucht es eine dauerhafte 40-Prozent-Obergrenze.“ 

Was passiert, falls die Arbeitskosten weiter steigen, wird in der HDE-Umfrage deutlich: Für diesen Fall gehen 77% der Befragten von negativen Beschäftigungseffekten aus. Die Branche hat seit 2022 bereits 60.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte verloren. Der HDE warnt deshalb vor der anstehenden Tarifrunde, die im Einzelhandel im April beginnt, die Gewerkschaft Ver.di vor weiteren Belastungen durch „unverhältnismäßige Forderungen“. 

FÜR DEN VOLLSTÄNDIGEN INHALT DIESER SEITE, MELDEN SIE SICH BITTE AN.

Noch kein Mitglied?

Dann registrieren Sie sich jetzt für den kostenfreien 1st-blue-Business Club.
Als Teil unserer Community erhalten Sie Zugriff auf Branchen-News, Orderinfos, Netzwerktools und den wöchentlichen B2B-Newsletter.