Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen in Frankreich bekräftigt der Handelsverband Deutschland (HDE) die Forderung nach einem „konsequenten Vorgehen gegen den unfairen Wettbewerb mit Plattformen und Händlern aus Drittstaaten“. Die Bundesregierung solle sich für einen fairen Wettbewerb in Deutschland und Europa einzusetzen und systematische Regelverstöße nicht länger zu tolerieren. „Der unfaire Wettbewerb mit Drittstaatenhändlern macht den Einzelhandel kaputt. Die illegale Warenflut aus Fernost muss ein Ende haben. Wie Frankreich sollte auch Deutschland endlich hart durchgreifen“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.
Frankreich hat u.a. kürzlich Pakete von Shein am Pariser Flughafen einzeln überprüft. Ein ähnliches Vorgehen auch in Deutschland sei klar zu befürworten. „Es braucht jetzt ein klares Zeichen. Die Bundesregierung muss handeln, damit Plattformen und Händler aus Drittstaaten nicht länger systematisch Rechtsverstöße begehen“, so Genth. Und weiter: „Bestehende Vorschriften auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene müssen konsequent durchgesetzt werden.“ Drittstaatenhändler müssten für unlauteren Wettbewerb, Steuerhinterziehung und Nichteinhaltung der EU-Standards in den Bereichen Produktsicherheit, Nachhaltigkeit sowie Verbraucher- und Arbeitnehmerrechte zur Rechenschaft gezogen werden. Hierfür gehöre die Zollfreigrenze von 150 Euro schnellstmöglich abgeschafft. „Dadurch lassen sich Tricksereien verhindern“, so Genth.
Falsch deklarierte Pakete seien derzeit an der Tagesordnung. Wichtig sei zudem, den Zoll entsprechend auszustatten und digital aufzustellen. „Der Zoll muss die Kontrolle der Paketmassen aus China auch tatsächlich bewältigen können. Sonst hält die illegale Warenflut unvermindert an“, sagt Genth. Frankreich habe Drittstaatenhändlern in den vergangenen Tagen deutlich gemacht, dass unfairer Wettbewerb Konsequenzen habe. Deutschland müsse dringend nachziehen. „Wer hierzulande Waren verkauft, muss sich an unsere Regeln halten. Wer das nicht tut, muss klare Konsequenzen spüren“, betont der HDE-Hauptgeschäftsführer.
Update, 14. November 2025: Passend dazu kommt nach einem Treffen in Brüssel der EU-Beschluss, die derzeit noch geltende 150 Euro-Zollfreigrenze abzuschaffen. Zölle auf Produkte aus Ländern außerhalb der EU werden dann ab dem ersten Euro erhoben. Ab 2026 soll bereits eine Übergangslösung umgesetzt werden, ab 2028 die finale Regelung.
HDE: Deutschland soll „hart durchgreifen“
/ 12.11.2025Unfairer Wettbewerb: Der HDE mahnt zum Durchgreifen gegen Anbieter aus Fernost. Warum sich Deutschland ein Beispiel an Frankreich nehmen soll und welche neue Zollregelung es geben soll…

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