Der deutsche Einzelhandel geht zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 von positiven Umsatzeffekten aus. Nach einer Umfrage des Handelsverbands Deutschland unter rund 400 Unternehmen hat etwa jedes vierte Handelsunternehmen WM-bezogene Ware oder Aktionssortimente vorbereitet. Genannt werden unter anderem Lebensmittelhandel, Bekleidung und Schuhe, Sporthandel, Elektronik, Spielwaren und Baumärkte.
Eine branchenweite Belebung erwartet der Verband aber nicht. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth ordnet den Effekt vor allem als sortimentsbezogenen Zusatzimpuls ein. Weil die WM nicht in Deutschland stattfindet, dürften die Umsätze nach Einschätzung des Verbands vor allem dort steigen, wo Fußballbezug unmittelbar in Sortiment und Aktion übersetzt werden kann.
Für Bekleidung, Schuhe und Sportartikel entsteht dadurch ein kurzfristiges Thema, aber kein verlässlicher Wachstumstreiber. Relevanz haben insbesondere Fanartikel, Trikots, sportnahe Freizeitmode und Verkaufsaktionen rund um die Spiele. Der HDE verweist zugleich auf die psychologische Komponente: Je weiter die deutsche Nationalmannschaft im Turnier kommt, desto stärker kann sich die Stimmung auf den Konsum auswirken.
Der Verband hatte den Einzelhandel bereits zu Jahresbeginn auf ein verhaltenes Jahr 2026 eingestellt. Der HDE erwartet nominal plus 2,0 Prozent Umsatz, preisbereinigt aber nur plus 0,5 Prozent. Knapp die Hälfte der in einer HDE-Umfrage befragten Handelsunternehmen rechnete für 2026 mit niedrigeren Umsätzen als im Vorjahr.
Key Facts
Verband: Handelsverband Deutschland, HDE
Thema: WM-Effekt im deutschen Einzelhandel
Turnier: Fußball-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko
Handelsumfrage: rund 400 Unternehmen
Aktionsware: bei etwa einem Viertel der Händler
Bewertung: begrenzter Zusatzimpuls statt breiter Konsumbelebung
