Das seit kurzem zugelassene Einkaufen mit Terminvereinbarung, Click & Meet, beurteilen laut HDE 37% der befragten Händlerinnen und Händler als negativ oder sehr negativ. Zwar wollen mehr als 90% diese Möglichkeit anbieten, knapp ein Viertel der Befragten aber sieht dabei bei hohem Aufwand und großen Kosten nur geringe Umsatzeffekte. 13% schätzen Click & Meet mit Blick auf Personal- und Gebäudekosten als reines Verlustgeschäft ein. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Handelsverbands Deutschland unter mehr als 1.100 Unternehmen.
Der vom Lockdown betroffene Einzelhandel verlor in der vergangenen Woche im Vergleich zum Vorjahr drei Viertel der Umsätze; rund 45% sehen sich für den weiteren Jahresverlauf in Insolvenzgefahr. Angesichts der weiterhin existenzbedrohenden Lage fordert der HDE die Verdoppelung der Auszahlungsbeträge für die Überbrückungshilfe rückwirkend zum 1. März. „Viele Einzelhändler stecken in einer ausweglosen Lage. Mit den Beschlüssen aus der vergangenen Woche wurde der Lockdown faktisch für zahlreiche Händler bis Ende März verlängert. Deshalb muss die Politik jetzt Wort halten und effektive sowie ausreichende Unterstützung leisten“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. „Es geht jetzt um rasche Soforthilfe, ansonsten kippen ganze Innenstädte.“ Der entsprechende Finanzrahmen sei ohnehin bereits bewilligt, bisher kämen die Gelder schlicht nicht an und das vorgesehene Budget werde nicht ausgeschöpft. „Auf Dauer können wir so nicht weitermachen. Die Politik muss weg von der Fixierung auf die Inzidenzen und hin zu einem Ansatz, der sich an Infektionsrisiken orientiert“, so Genth. Im Einzelhandel sei die Ansteckungsgefahr auch laut Robert-Koch-Institut gering.
Der HDE spricht sich zudem für eine bundesweit einheitliche Lösung zur Kontaktnachverfolgung, wie beispielsweise mit der Nutzung der Luca-App, aus. Eine sichere Nachverfolgung von Kontakten per Smartphone mache das Einkaufen in der Pandemie noch sicherer. „Mit einer ordentlichen Datengrundlage wird eine verbindliche Basis erreicht und ein Flickenteppich verhindert“, so Genth. Wenn die Gesundheitsämter durch Unterstützung einer App noch besser in der Lage seien, entsprechende Kontaktnachverfolgungen schnell und zuverlässig umzusetzen, stellten die starren Inzidenzwerte keine absoluten Grenzen für eine Geschäftsöffnung mehr dar.
Das Luca-Prinzip funktioniert wie folgt: Jeder Store hinterlegt digital seinen Standort und hängt einen QR-Code in sein Schaufenster. Kundinnen und Kunden laden die App aufs Smartphone, hinterlegen die eigenen Kontaktdaten, scannen den QR-Code und checken so im Shop ein. Werden nun Infektionen mit dem Corona-Virus gemeldet, kann das örtliche Gesundheitsamt die Kontakte im Laden über das verschlüsselte System nachverfolgen und Infektionsketten schnell unterbrechen.
HDE: Click & Meet nicht wirtschaftlich
/ 09.03.202137% der Einzelhändlerinnen und -händler beurteilen Click & Meet laut HDE als negativ oder sehr negativ; 90% wollen es dennoch anbieten…

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