Handel: Stellenabbau trotz Umsatzplus?

  /  15.04.2015

Die Zahl der Arbeitsplätze im deutschen Einzelhandel unterlag seit geraumer Zeit einem kontinuierlichen Wachstum. Brechen nun andere Zeiten an?

Über drei Millionen Arbeitsplätze sind aktuell im deutschen Einzelhandel gelistet, etwa 30.000 dieser könnten derzeit jedoch in Gefahr schweben. Nachdem die Zahl in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gestiegen war, rechnet der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth, in diesem Jahr insgesamt mit einem leichten Abbau der Stellen im Einzelhandelssektor. Trotz Mini-Inflation und einem Hoch der Konsumlaune, wie es in der Form laut Marktforschungsunternehmen GfK seit 2001 nicht mehr verzeichnet werden konnte, trüben veränderte Konsumgewohnheiten das Bild. Nicht nur die zunehmenden Umsätze im Onlinehandel, die Einführung des Mindestlohns, Arbeitsplatzabbau wie bei Warenhauskonzernen à la Karstadt oder Geschäftsschließungen im Mittelstand spielen hierbei eine große Rolle – die Konsumenten investieren außerdem verstärkt in Bereiche wie Reisen, Immobilien oder Luxusgüter wie Autos.

Der Anteil des Einzelhandelsumsatzes am privaten Konsum sank zwischen den Jahren 2000 und 2014 von knapp 36 um etwa 7 auf weniger als 29%, dennoch werde der deutsche Einzelhandelsumsatz nach Prognose des HDE 2015 um nominal rund 1,5% zunehmen. Dies liege nicht zuletzt an neuen innovativen Lösungen wie der Verbindung des stationären Handels mit dem virtuellen im Rahmen der zunehmenden Entwicklung von Multichannel-Konzepten. Für die Zukunft zeigt sich Genth verhalten. Man erwarte, dass das Wachstumspotenzial im Einzelhandel auch mittel- und langfristig überschaubar bleibe.

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