Im seit vier Jahren andauernden Streit zwischen den Marken Gucci und Guess ist nun eine Entscheidung gefallen. Der Mailänder Gerichtshof hat in einem 83 Seiten langen Urteilsspruch entschieden, dass trotz des ähnlichen Logos – dem so genannten Quattro G – sowie analoger Designs und Muster keine Verwechslung beider Marken vorliege. Damit erwirkte Guess die Aufhebung der Klage der Markenrechtsverletzung, Fälschung sowie unlauteren Wettbewerbs, die zudem unter anderem in Paris, China und New York eingereicht worden war.
Im Falle des New Yorker Rechtsspruchs war Guess angehalten worden, Schadensersatz in Höhe von 4,66 Mio. Dollar zu zahlen, wohingegen die Klage auf 221 Mio. ausgelegt war. Anlässlich des aktuellen Urteils soll gezeigt werden, dass es keine Grundlage für die Anklage gibt, Guess wolle sich „gucci-sieren“, Kunden verwirren und damit die Marke Gucci selbst ausdünnen. „Guess beabsichtigt weiterhin energisch, seine Markenrechte zu verteidigen. Die Taktik von Gucci ist nichts Geringeres als Mobbing“, so Paul Marciano, CEO von Guess. „Es gibt globale Trends, denen Gucci wie jedes andere Fashion-Brand folgt; sie unterscheiden sich in dieser Hinsicht keineswegs von Guess. Meiner Meinung nach war der dreijährige Streit in New York und der vierjährige Prozess in Mailand das Ergebnis massiver und unnötiger Streitigkeiten, die mit einem einfachen Anruf, den Gucci nie getätigt hat, aus der Welt hätten geschafft werden können.“
