Aus dem Prozess Gucci gegen Guess ist Gucci jetzt als Sieger hervorgegangen. Das italienische Modehaus warf dem amerikanischen Label die Kopie von vier Designs vor und verklagte Guess deshalb auf 221 Mio. Dollar. Dabei ging es um die Verwendung einer Kombination aus grünen und roten Streifen, den Gebrauch eines stilisierten viereckigen „G“s, den Einsatz von vier ineinandergreifenden „G“s – dem sogenannten Quattro G – und des Designs eines ähnlichen Schriftlogos.
Obwohl Richterin Shira Scheindlin entschied, dass zwar eine Markenverletzung durch Guess vorliegt, erhält Gucci dafür lediglich Entschädigungen in Höhe von 4,66 Mio. Dollar, da die Auflistung der entstandenen Schäden „höchst spekulativ“ gewesen sei. Zusätzlich darf Guess drei der vier angezweifelten Designs nicht mehr verwenden. Einzig das Schriftlogo darf die Marke auch weiterhin benutzen.
Paul Marciano, Geschäftsführer von Guess, behauptet, dass Gucci „das Gericht mit einer Reihe von Fakten, die nicht durch Beweise unterstützt wurden“ in die Irre geführt hätte. „Meiner Meinung nach zeigen die Ergebnisse dieses Falls, dass sich Gucci mit seinen Behauptungen grob übernommen hat und der gesamte Fall mit einem einzigen Brief oder einem Anruf hätte vermieden werden können“, verkündet Marciano in einem Statement. „Insgesamt sind wir extrem überzeugt davon und fühlen uns bestätigt darin, dass diese Klage niemals hätte eingereicht werden sollen.“
Richterin Scheindlin überwachte den dreiwöchigen Prozess, der ohne Jury stattfand und am Montag, den 21. Mai 2012, in dem Urteil kulminierte. „In den letzten drei Jahren haben die Parteien unzählige Stunden und unermessliche Summen investiert, alles im Namen der Mode – die Oscar Wilde passend bezeichnet als ‚eine so unerträgliche Form der Hässlichkeit, dass wir sie alle sechs Monate ändern müssen’“, schreibt sie in ihrer Urteilsverkündung. „Es ist meine Hoffnung, dass sich diese Hässlichkeit nur noch auf den Laufsteg und Einkaufsetagen beschränkt, anstatt sich auf das Gerichtswesen auszuweiten.“
Gucci gewinnt gegen Guess
/ 22.05.2012Im Prozess Gucci versus Guess, in dem das italienische Label dem amerikanischen Brand Markenrechtsverletzung vorwarf, geht Gucci jetzt als Sieger hervor. Die Entschädigung fällt aber bei weitem nicht so hoch aus wie von Gucci gefordert.

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