Erst kürzlich erschien eine Reihe von Studien über giftige Stoffe in verschiedenen Markentextilien. In der aktuellen Untersuchung von Greenpeace deckte die Umweltschutzorganisation nun auf, dass Mexikos Flüsse San Juan und San Pedro nahe den vor Ort größten Textilfabriken Kaltex und Lavamex einer hohen Belastung durch umwelt- sowie gesundheitsschädlichen Chemikalien ausgesetzt sind und eine hohe Konzentration verschiedener Schadstoffe aufweisen. Die gefundenen giftigen Substanzen wie Tributylphosphat, Trichlorbenzol, Phthalate (Weichmacher) und Nonylphenol können krebserregend und fortpflanzungsschädigend wirken.
In den beiden Fabriken lässt unter anderem die Marke Levi’s gefertigte Jeans färben und waschen und steht deswegen in der Kritik. „Die betroffenen Menschen in Mexiko zahlen einen viel zu hohen Preis für die Produktion von Levi’s-Jeans“, so Manfred Santen, Chemie-Experte von Greenpeace. „Ihre Gesundheit wird durch verschmutztes Wasser gefährdet.“ Die Umweltschutzorganisation fordert Levi’s aus diesem Grunde mit der Detox-Kampagne dazu auf, die Produktion mithilfe gefährlicher Substanzen einzustellen. Aus aktuellem Anlass hatten sich die ebenfalls kritisierten Modeketten Mango und Zara zu einer giftfreien Produktion bis zum Jahr 2020 verpflichtet.
Wasser gilt in der mexikanischen Kultur als heilig, obwohl mehr als 70% der Frischwasserreserven verschmutzt sind. An den beiden betroffenen Standorten lassen auch Marken wie Calvin Klein, Guess, Gap und Walmart Ware produzieren.
Levi’s selbst sieht sich hingegen als Unterstützer des Umweltschutzes. In einem Statement auf der eigenen Homepage äußert sich Chip Bergh, Präsident und CEO von Levi Strauss & Co: „Von der Art und Weise, wie wir unsere Produkte herstellen, bis hin zu unseren Methoden der Unternehmensführung setzen wir uns für die Bewahrung der Umwelt ein. Unsere Kunden erwarten das von uns, unsere Beschäftigten fordern es und die Erde hat es nötig.“
