Greenpeace: Gift in Kleidung

  /  20.11.2012

Krebserregend und schädigend für die Fortpflanzung? Greenpeace testete 141 Kleidungsstücke von 20 Modeunternehmen und wies in einem Großteil gesundheitsschädliche Stoffe nach.

Bei der Produktion von Kleidung setzen viele Unternehmen der Greenpeace-Untersuchung „Toxic Threads – The Big Fashion Stitch-Up” zufolge Chemikalien ein, die zu Krebs oder Fortpflanzungsschäden führen können. In 89 von 141 untersuchten Kleidungsstücken, darunter Hosen, Shirts, Kleider und Unterwäsche für Damen, Herren und Kinder, aus 29 Ländern sollen unabhängige Labore Nonylphenolethoxylate (NPEs) gefunden haben, die zu giftigem Nonylphenol abgebaut würden. Bei der Studie, die am 20. November 2012 im Rahmen einer Fashion Show mit Models mit Sauerstoffmasken und Infusionsbeuteln in Peking präsentiert wurde, nahm die Umweltschutzorganisation hauptsächlich in Entwicklungs- und Schwellenländern hergestellte Kleidungstücke unter die Lupe.

Zu den analysierten Unternehmen zählen unter anderem Armani, Benetton, C&A, Calvin Klein, Diesel, Esprit, Gap, H&M, Levi’s, Tommy Hilfiger, Vero Moda und Zara. Teile mit besonders hoher Konzentration an NPEs (über 1000 ppm) sollen bei C&A (ein Teil), Mango (drei), Levi’s (zwei), Calvin Klein (eins), Zara (eins), Metersbonwe (zwei), Jack and Jones (eins) und Marks & Spencer (eins) vorgekommen sein. Phthalates wurde mit besonders hohem Anteil in jeweils einem Kleidungsstück von Armani und Victoria’s Secret sowie in zwei Teilen von Tommy Hilfiger entdeckt. In zwei Produkten von Zara soll außerdem Amin durch den Gebrauch von Azo-Färbemitteln gefunden worden sein, das zu Krebserkrankungen führen kann.

Greenpeace forderte die Textilhersteller auf, Risiko-Chemikalien durch umweltfreundliche Alternativen zu ersetzen. Die Umweltschutzorganisation kritisiert zudem vor allem so genannte Fast Fashion. Jährlich sollen hierzulande eine Mio. Tonnen davon weggeworfen werden. Erst kürzlich hatte Greenpeace bereits schädliche Stoffe in Bekleidung diverser Outdoor-Marken nachgewiesen.

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