Für den aktuellen Textilratgeber von Greenpeace hat die Umweltschutzorganisation gängige Textilsiegel überprüft. Am besten schnitten dabei die Label des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft (IVN Best) und der Global Organic Textile Standard (GOTS) ab. Diese setzen bereits in der Produktion an und verbieten gleich beim ersten Entstehungsschritt den Gebrauch gefährlicher Chemikalien. „Aus einer Flut von Siegeln halten nur wenige hohen Ansprüchen stand. Alle Label müssen grüne Mode nicht nur antäuschen, sondern wirklich garantieren“, so Kirsten Brodde, Chemie-Expertin von Greenpeace.
Neben IVN Best und GOTS gilt auch Bluesign als eingeschränkt empfehlenswert, da der Standard eine umfassende Liste verbotener oder eingeschränkter Substanzen vorlegt. Doch tun sich auch hierbei noch Lücken oder zu hohe Grenzwerte auf. Das Siegel Öko-Tex hat mit „Made in Green“ einen neuen Standard eingeführt, der laut Greenpeace deutlich anspruchsvoller ist als der als schwach bezeichnete Öko-Tex 100. Während letzterer die Textilien lediglich auf Schadstoffrückstände überprüft und dabei der Chemikalieneinsatz bei der Herstellung ausgespart wird, beobachtet „Made in Green“ die gesamte textile Herstellungskette.
Mit dem Ratgeber wolle Greenpeace zeigen, dass ein weiteres Siegel für Textilien, wie es aktuell auch Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) anstrebt, überflüssig sei. Das von ihm initiierte Textilbündnis soll freiwillig sein, die Branche brauche jedoch einen „strengen, gesetzlich geschützten Standard für grüne Mode – wie beim EU Bio-Siegel für Lebensmittel. Nur das würde wirklich Klarheit im Textil-Dschungel bringen“, glaubt Brodde.
Greenpeace empfiehlt Textilsiegel
/ 13.11.2014Als Orientierungshilfe im Textilsiegel-Dschungel soll der aktualisierte Greenpeace-Ratgeber dienen. Einige dieser Labels würden grüne Mode „nur antäuschen“…

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