GOTS zieht Zwischenbilanz

  /  18.04.2012

Der Global Organic Textile Standard blickt nach fünf Jahren Bestehen auf insgesamt 2.714 Betriebsstätten und 57 Länder zurück, die nach dem Standard für Biotextilien zertifiziert sind. Im Jahr 2011 hatte Deutschland den größten Zuwachs von Zertifizierungen.

Mit dem Global Organic Textile Standard (GOTS) wurden seit der Gründung im Jahr 2007 bereits 2.714 Betriebsstätten und 57 Länder nach dem Standard für Biotextilien zertifiziert, darunter 450 Färbereien, mehr als 220 Spinnereien, Strickereien und Webereien und rund 160 Druckereien sowie Nähereien. Unter den Top 20 Ländern nach Anzahl GOTS zertifizierter Betriebsstätten sind Indien, Türkei, China, Pakistan, Deutschland, Italien, Japan und erstmals auch Österreich und die Schweiz.

In der Rubrik des größten Zuwachses von Zertifizierungen im Jahr 2011 führt Deutschland vor Indien, USA, Österreich, Bangladesh, Schweiz, Griechenland, Frankreich, Belgien und Dänemark. „Das stetig steigende Interesse am GOTS wird hierzulande durch stark wachsende Medienpäsenz, eine Flut von Verbraucheranfragen und zunehmenden direkten Anfragen von Handelsunternehmen deutlich“, erklärt Claudia Kersten, GOTS Repräsentantin für Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Im Mai 2011 hat das amerikanische Landwirtschaftsministerium den GOTS offiziell als Warenauszeichnung für Naturtextilien anerkannt, so dass Produkte, die das GOTS-Label tragen, künftig in den USA als „organic“ ausgewiesen werden können. „Die offizielle Anerkennung des GOTS und damit auch seines Zertifizierungssystems durch akkreditierte Zertifizierer und seines strengen Kennzeichnungssystems ist die beste Art und Weise, wie Regierungen den Biotextilsektor regeln können“, so Herbert Ladwig, Koordinator der GOTS International Working Group (IWG). „Das US-Modell ist unsere Empfehlung und Zielvorgabe für Verhandlungen mit der Legislative in diesem Sektor“, so Ladwig weiter.

Der Global Organic Textile Standard legt umwelttechnische Anforderungen entlang der textilen Produktionskette fest und achtet zudem auf die Einhaltung von sozialen Kriterien. Die Kernbestimmungen enthalten generelle Verbote für den Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen und weiterer gefährlicher Substanzen wie Azofarbstoffe oder Formaldehyd. Die Sozialkriterien orientieren sich an den Kernnormen der International Labour Organization, die unter anderem Kinderarbeit verbieten. Für die Labelstufe „organic” müssen mindestens 95%, für die Labelstufe „made with organic“ mindestens 70% der Fasern aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft stammen.

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