GfK: Konjunkturelle Aufbruchstimmung

  /  27.05.2021

Eine Erholung des Konsums sei laut GfK in der zweiten Jahreshälfte 2021 möglich. Die Konjunktur- und Einkommenserwartungen legen zu…

Die Stimmung der Verbraucherinnen und Verbraucher zeigt im Mai 2021 mehr Licht als Schatten. GfK prognostiziert für das Konsumklima für Juni 2021 einen Wert von -7,0 Punkten und damit 1,6 Punkte mehr als im Mai dieses Jahres (revidiert -8,6 Punkte). Offenbar kehrt der Konjunkturoptimismus zurück. Der Indikator Konjunkturerwartung steigt im Mai deutlich an. Nach einem Plus von knapp 34 Punkten springt er mit 41,1 Punkten auf den höchsten Wert seit mehr als drei Jahren. Im März 2018 wurden 42,8 Punkte gemessen. Rolf Bürkl, GfK-Konsumexperte: „Wir lassen die dritte Welle mehr und mehr hinter uns, die Inzidenzen sinken seit einigen Wochen signifikant. Und auch beim Impfen machen wir große Fortschritte. Als Folge daraus sind Öffnungen und eine Abkehr vom strengen Lockdown möglich. Dies beflügelt momentan in erster Linie den Konjunkturoptimismus und sorgt für konjunkturelle Aufbruchstimmung.“

Der Anstieg der Konjunkturaussichten nährt zudem die Hoffnungen, dass – mit Verzögerung – in der zweiten Jahreshälfte auch die Konsumstimmung mehr davon profitieren wird und sich der private Konsum erholen kann. Im Augenblick wird die deutsche Wirtschaft in erster Linie durch die positive Exportentwicklung, speziell im Waren- und Dienstleistungsverkehr mit China und den USA, gestützt.

Im Sog sprunghaft angestiegener Konjunkturaussichten legt auch die Einkommenserwartung im Mai zu. Nach einem Plus von 10,2 Zählern klettert der Indikator auf 19,5 Punkte. Damit macht er einen wesentlichen Teil der Verluste aus dem Vormonat (-13 Punkte) wieder wett. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres steht momentan ein Plus von mehr als 25 Punkten zu Buche.

Die Anschaffungsneigung kann offenbar nicht von dem gestiegenen Konjunkturoptimismus profitieren – nach drei Anstiegen in Folge erleidet der Indikator wieder Einbußen, verliert 7,3 Zähler und weist nun zehn Punkte auf. Damit liegt er immer noch über seinem entsprechenden Vorjahreswert, und zwar um 4,5 Punkte. Trotz der bislang vorgenommenen oder angekündigten Öffnungen und Lockerungen sind nach wie vor eine Reihe von Konsummöglichkeiten, vor allem in Dienstleistungsbereichen, nicht oder nur eingeschränkt möglich. Dies dürfte momentan eine spürbare Erholung der Anschaffungsneigung bremsen. Durch die Lockdowns verfügen laut GfK allerdings breite Teile der privaten Haushalte über finanzielle Rücklagen. Die Sparquote ist während der Pandemie auf etwa 16% gestiegen, 2019 lag sie noch zwischen 10 und 11%. Somit stünden für mögliche Nachholeffekte beträchtliche Mittel zur Verfügung.

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