Die Stimmung der deutschen Verbraucher zeigt sich im Frühsommer 2016 von ihrer sonnigen Seite: Für Juli prognostiziert der Konsumklima-Gesamtindikator 10,1 Punkte nach 9,8 Zählern im Juni. Die Konjunkturerwartungen verbessern sich deutlich; der Indikator gewinnt 9,7 Punkte hinzu und liegt nun bei 18 Zählern. Dies ist bereits der dritte Anstieg in Folge und der höchste Wert seit Juni 2015. Die Abstimmung der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union am 23. Juni konnte die Konjunkturstimmung allerdings noch nicht beeinflussen, da die Befragung zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen war.
Im Sog verbesserter Konjunkturaussichten legt auch die Einkommenserwartung zu. Der Indikator gewinnt 7,8 Zähler und macht damit die Verluste aus dem Vormonat wieder wett. Mit 59,6 Punkten liegt er auf dem höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. Die Anschaffungsneigung kann ihr 12-Monats-Hoch aus dem Vormonat nicht behaupten. Der Indikator verliert 3,3 Zähler, weist nun 54,4 Punkte auf, womit der Trend aber trotz der Einbußen leicht nach oben zeigt.
Es bleibt abzuwarten, wie sich der Brexit auf die Wirtschaft auswirken wird. Sollte er längerfristige Unruhe an den Börsen sowie bei der politischen Führung sowohl der EU also auch der einzelnen Mitgliedsstaaten auslösen, kann dies auch der Konsumstimmung der deutschen Verbraucher schaden. Hinzu kommt, dass weitere internationale Krisenherde, wie der Nahe Osten und damit zusammenhängend die Flüchtlingskrise, längst nicht gelöst sind.
