In Bangladesch soll es künftig eine gesetzliche Unfallversicherung geben; zudem will man den Arbeitsschutz verbessern. Unterstützung kommt aus Deutschland, beispielsweise von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Unter anderem sollen drei Stipendiaten aus Bangladesch im Studiengang Sozialversicherungswissenschaft an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg das entsprechende Fachwissen erwerben. Die Stipendien hierfür wurden bei einer Veranstaltung mit dem bangladeschischen Arbeitsminister, Mujibul Haque Chunnu, dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Thomas Silberhorn, dem Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), Dr. Joachim Breuer, sowie dem stellvertretenden Generaldirektor der ILO, Gilbert Houngbo, in Berlin überreicht. Diese markierte den Abschluss des Besuchs einer 24-köpfigen Delegation aus Bangladesch, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Beschäftigten, der Arbeitgeber und des staatlichen Arbeitsschutzes, die sich in den vergangenen Wochen über den sozialen Dialog, die betriebliche Prävention sowie die Versicherung gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten hierzulande informierte.
Der Einsturz des Industriegebäudes Rana Plaza markiert den Beginn politischer Initiativen mit dem Ziel, Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit für die Beschäftigten im Textilsektor zu verbessern und eine Versicherung gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten aufzubauen. So wurden bereits rund 300 Kontrolleure zur Überwachung der Gebäude- und Sicherheitsstandards ausgebildet. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt bereits seit 2010 mit bislang rund 16 Mio. Euro die Bemühungen der bangladeschischen Partner, die Sozial- und Umweltstandards in der Textilindustrie zu verbessern.
