Die Bundesagentur für Arbeit hat bestätigt, dass für 9.650 Galeria-Beschäftigte grundsätzlich Anspruch auf Insolvenzgeld besteht. Eine Bank soll die Zahlungen vorfinanzieren, damit das Geld zeitnah bei den Mitarbeitern ankommt. Damit ist eine wichtige Voraussetzung erfüllt, um den Geschäftsbetrieb der 83 Warenhäuser vorerst fortzuführen.
Galeria beschäftigt insgesamt 11.250 Mitarbeiter. Die aktuelle Bestätigung umfasst somit nicht die gesamte Belegschaft. Für weitere Gesellschaften, darunter die Gastronomie- und Lebensmittelsparte, wurden separate Insolvenzanträge gestellt.
Zusätzlich soll der bisherige Kreditgeber Gordon Brothers einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag als Zwischenfinanzierung bereitgestellt haben. Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise. Laut dem Bericht vom Morgen des 13. Oktober habe der vorläufige Insolvenzverwalter Geschäftspartner darüber informiert, dass die Finanzierung zunächst bis Mittwoch, den 14. Oktober, gesichert sei. Ob der Betrag zusätzlich zur bereits zugesagten Kreditlinie von 160 Mio. Euro bereitgestellt wurde oder daraus stammt, ist unklar. Gordon Brothers wollte sich dazu nicht äußern.
Galeria hatte am 2. Oktober 2026 beim Amtsgericht Düsseldorf erneut Insolvenz beantragt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Frank Kebekus bestellt. Welche Warenhäuser dauerhaft weitergeführt werden können und ob Standorte schließen müssen, bleibt offen.
Update vom 15. Oktober 2026
Nach Angaben von Galeria sind durch das Insolvenzgeld die Bezüge der erfassten Beschäftigten für Oktober, November und Dezember abgesichert. Frank Kebekus teilte außerdem mit, Vereinbarungen mit Lieferanten, Finanzierungspartnern und weiteren Beteiligten erzielt zu haben. Damit sei Galeria für das Weihnachtsgeschäft operativ stabil aufgestellt.
Auf den Verkaufsflächen bestehen jedoch weiterhin Einschränkungen. Am 14. Oktober waren in Köln unter anderem Stoffballen, Puzzles der Marke Remember sowie Töpfe und Pfannen abgesperrt. In anderen Häusern konnten Kunden zeitweise keine Playmobil-Produkte kaufen.
Die betroffenen Waren gehören noch den Lieferanten. Galeria verkauft sie im Auftrag der Hersteller und bezahlt sie später oder hat die gelieferten Artikel noch nicht bezahlt. Die Anbieter wollen verhindern, dass ihre Produkte verkauft werden, ohne dass sie dafür Geld erhalten. Deshalb haben sie den Verkauf stoppen lassen.
Wie viele Häuser und Lieferanten betroffen sind und wann die Sperren aufgehoben werden, ist unklar. Auch für die Beschäftigten der gesonderten Gastronomie- und Lebensmittelgesellschaften geht eine abschließende Absicherung aus den geprüften Angaben nicht hervor. Die Investorensuche läuft weiter. Die Insolvenzgeldzusage und die gemeldeten Vereinbarungen bedeuten damit weder einen uneingeschränkten Warenverkauf noch eine Entscheidung über die langfristige Fortführung.
Key Facts
Unternehmen: Galeria
Insolvenzgeld: Grundsätzlicher Anspruch für 9.650 Beschäftigte am 13. Oktober 2026 bestätigt
Auszahlung: Vorfinanzierung über eine Bank geplant
Abgesicherter Zeitraum laut Galeria: Oktober bis Dezember 2026
Beschäftigte insgesamt: 11.250
Gastronomie und Lebensmittel: Gesonderte Insolvenzverfahren
Zwischenfinanzierung: Laut Handelsblatt niedriger zweistelliger Millionenbetrag von Gordon Brothers, nicht vom Finanzierer bestätigt
Weitere Vereinbarungen: Laut Frank Kebekus mit Lieferanten, Finanzierungspartnern und weiteren Beteiligten getroffen
Verkaufseinschränkungen: Einzelne Sortimente am 14. Oktober weiterhin gesperrt
Dokumentierte Beispiele in Köln: Stoffballen, Remember-Puzzles, Töpfe und Pfannen
Umfang und Dauer der Verkaufssperren: Unklar
Warenhäuser: 83, Geschäftsbetrieb läuft vorerst weiter
Insolvenzantrag: 2. Oktober 2026 beim Amtsgericht Düsseldorf
Vorläufiger Insolvenzverwalter: Frank Kebekus
Investorensuche: Läuft
Dauerhafte Fortführung und mögliche Standortschließungen: Offen
