Galeria erhält Sanierungskredit

  /  25.06.2026

Galeria sichert sich frische Finanzierung von Gordon Brothers. Die Warenhauskette gewinnt Zeit, muss aber Standorte und Mietverträge erneut überprüfen…

Galeria bekommt eine neue Kreditlinie von bis zu 160 Mio. Euro. Die Finanzierung wird von der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers bereitgestellt und soll die weitere Sanierung der Warenhauskette ermöglichen. Nach dpa-Informationen ist der Kredit durch Warenbestände abgesichert.

Das Geld ist an einen dreijährigen Sanierungsplan geknüpft. Galeria will dabei prüfen, welche Standorte wirtschaftlich tragfähig sind, und erneut mit Vermieter*innen über Mietsenkungen sowie flexiblere Konditionen verhandeln. Nach aktuellen Berichten gelten rund 30 der derzeit 83 Warenhäuser als gefährdet.

Ein Teil des neuen Kredits soll zunächst zur Ablösung bestehender Verpflichtungen genutzt werden. Dazu gehört dem Vernehmen nach ein Bain-Capital-Kredit von rund 80 Mio. Euro. Außerdem benötigt Galeria Liquidität für offene oder gestundete Mietzahlungen sowie für Warenbestellungen zur Herbst-/Wintersaison.

Die Finanzierung verschafft dem Unternehmen Zeit, löst die strukturellen Probleme aber nicht automatisch. Galeria hat innerhalb von vier Jahren dreimal Insolvenz angemeldet; 2024 wurden neun Standorte geschlossen. Seit dem Abschluss des letzten Insolvenzverfahrens gehört die Warenhauskette der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma von Bernd Beetz.

Weitere Schließungen wären für Galeria nicht nur operativ, sondern auch finanziell schwierig. Sozialpläne, Abfindungen für Mitarbeiter*innen und Entschädigungen für Vermieter*innen könnten zusätzliche Kosten verursachen. Genau deshalb dürfte der Konzern nun prüfen, welche Häuser mit neuen Mietbedingungen fortgeführt werden können.

Für den deutschen Innenstadthandel bleibt Galeria ein zentraler Fall. Die neue Finanzierung schafft kurzfristig Stabilität, zwingt das Unternehmen aber zugleich zu einer weiteren harten Bestandsaufnahme. Entscheidend wird sein, ob aus Kredit, Mietverhandlungen und Standortprüfung ein tragfähiges Warenhausmodell entsteht.

Key Facts
Unternehmen: Galeria
Finanzierung: neue Kreditlinie von bis zu 160 Mio. Euro
Kreditgeber: Gordon Brothers
Absicherung: Warenbestände von Galeria
Sanierungsrahmen: dreijähriger Plan
Filialnetz: aktuell 83 Warenhäuser
Gefährdete Standorte: rund 30 laut dpa
Ablösung bestehender Finanzierung: Bain-Capital-Kredit von rund 80 Mio. Euro
Weitere Verwendung: Mietzahlungen und Warenbestellungen
Beschäftigte: rund 12.000 Mitarbeiter*innen
Eigentümer: NRDC und Beteiligungsfirma von Bernd Beetz

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