Galeria beantragt Insolvenzgeld

  /  08.10.2026

Für Galeria ist Insolvenzgeld beantragt worden. Eine andere Gesellschaft könnte eine erneute Zahlung ermöglichen; die Entscheidung steht aus…

Der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Kebekus hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur Insolvenzgeld für die Beschäftigten von Galeria beantragt. Eine Bank soll die Zahlung vorfinanzieren, damit die rund 12.000 Beschäftigten schneller Geld erhalten. Eine Bewilligung durch die Bundesagentur für Arbeit ist bislang nicht öffentlich bestätigt.

Für die Entscheidung könnte die Trennung zweier Gesellschaften wichtig sein. Die Galeria Karstadt Kaufhof GmbH aus dem Insolvenzverfahren von 2024 steht weiterhin unter Planüberwachung. Dabei wird die Umsetzung des damaligen Insolvenzplans überwacht. Der Geschäftsbetrieb wurde inzwischen auf die Galeria S.à r.l. & Co. KG übertragen. Diese Gesellschaft unterliegt dem Bericht zufolge keiner solchen Überwachung.

Ein gesicherter Anspruch ergibt sich daraus noch nicht. Der Bonner Rechtsprofessor Gregor Thüsing erklärt, entscheidend sei, ob ein neues Insolvenzereignis vorliege und die jetzt insolvente Gesellschaft tatsächlich als anderer Arbeitgeber anzusehen sei. Die Existenz einer anderen Gesellschaft allein reiche nicht aus. Gegebenenfalls müsse der Insolvenzverwalter zudem darlegen, dass kein Rechtsmissbrauch vorliege.

Insolvenzexperte Manfred Hunkemöller sagt: „Eine Übertragung des Geschäftsbetriebs auf eine neue Gesellschaft ist ungewöhnlich.“ Bei einem tatsächlichen Arbeitgeberwechsel und erfüllten gesetzlichen Voraussetzungen müsse die Bundesagentur für Arbeit Insolvenzgeld gewähren, so seine Einschätzung.

Galeria hatte am 2. Oktober 2026 erneut Insolvenz beantragt. Der Betrieb der 83 Stores läuft vorerst weiter. Insolvenzgeld ersetzt grundsätzlich ausgefallenes Arbeitsentgelt für die letzten drei Monate vor dem Insolvenzereignis. Ob es im aktuellen Galeria-Verfahren gezahlt werden kann, bleibt offen.

Key Facts
Unternehmen: Galeria S.à r.l. & Co. KG
Insolvenzantrag: 2. Oktober 2026
Vorläufiger Insolvenzverwalter: Frank Kebekus
Standorte: 83 Stores; Betrieb läuft vorerst weiter
Beschäftigte: rund 12.000
Insolvenzgeld: beantragt; Bewilligung bislang nicht öffentlich bestätigt
Vorfinanzierung: über eine Bank geplant
Gesellschaftsstruktur: Geschäftsbetrieb von Galeria Karstadt Kaufhof GmbH auf Galeria S.à r.l. & Co. KG übertragen
Planüberwachung: bei der früheren GmbH fortbestehend, bei der jetzt insolventen Gesellschaft nicht vorhanden
Zuständige Stelle: Bundesagentur für Arbeit
Entscheidungstermin: bislang nicht bestätigt

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