Frasers erhöht Druck auf Hugo Boss

  /  28.07.2026

Frasers prüft laut „Times“ eine CEO-Rolle für Michael Murray bei Hugo Boss. Der Großaktionär verbindet sein Pflichtangebot nun offenbar mit der Führungsfrage…

Die Frasers Group prüft laut einem Bericht der „Times“ Möglichkeiten, den eigenen CEO Michael Murray an die Spitze von Hugo Boss zu bringen. Eine offizielle Bestätigung von Frasers oder Hugo Boss liegt bislang nicht vor.

Der Vorstoß würde die Auseinandersetzung um den Metzinger Modekonzern weiter verschärfen. Frasers hatte den Anteil an Hugo Boss zuletzt auf rund 30,28% erhöht. Damit wurde die Schwelle überschritten, ab der nach deutschem Übernahmerecht ein Pflichtangebot an die übrigen Aktionäre fällig wird.

Bereits zuvor hatte Frasers ein öffentliches Übernahmeangebot von 38,00 Euro je Hugo-Boss-Aktie vorgelegt. Vorstand und Aufsichtsrat von Hugo Boss empfehlen den Aktionären, das Angebot nicht anzunehmen. Der Angebotspreis spiegele den eigenständigen Wert und das künftige Wertschöpfungspotenzial des Unternehmens nicht angemessen wider, so Hugo Boss.

Inzwischen ist eine weitere Bedingung des Angebots erfüllt. Frasers teilte mit, dass die fusionskontrollrechtliche Freigabe der Europäischen Kommission erteilt wurde. Damit ist die Offerte nicht mehr an diese Bedingung geknüpft.

Michael Murray sitzt bereits im Aufsichtsrat von Hugo Boss. Der Manager führt Frasers seit 2022 und steht für die Strategie, den früher vor allem preisorientierten Sport- und Handelskonzern stärker in Richtung Premium, internationale Marken und größere Beteiligungen auszurichten.

Für Hugo Boss verschiebt sich die Auseinandersetzung damit über den Angebotspreis hinaus. Neben Eigentümerstruktur und strategischer Ausrichtung steht nun auch die Frage im Raum, ob Frasers künftig stärkeren Einfluss auf die operative Führung des Konzerns nehmen will.

Update: EU gibt Frasers-Offerte frei

Nach Veröffentlichung des Frasers-Vorstoßes um eine mögliche CEO-Rolle für Michael Murray bei Hugo Boss ist eine weitere Hürde im Übernahmeverfahren entfallen. Die Europäische Kommission hat die fusionskontrollrechtliche Freigabe für die Offerte der Frasers Group erteilt.

Frasers teilte mit, dass damit die entsprechende Angebotsbedingung erfüllt ist. Die Offerte ist damit nicht mehr an diese regulatorische Freigabe geknüpft. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Übernahme bereits vollzogen ist. Hugo-Boss-Aktionäre können das Angebot weiterhin annehmen oder ablehnen.

Die zusätzliche Annahmefrist läuft nach Angaben von Frasers bis zum 13. August 2026, 24 Uhr Frankfurter Zeit. Hugo Boss hatte Vorstand und Aufsichtsrat bereits empfohlen, das Angebot von 38,00 Euro je Aktie nicht anzunehmen. Der Angebotspreis spiegele den eigenständigen Wert und das künftige Wertschöpfungspotenzial des Unternehmens nicht angemessen wider, so Hugo Boss.

Key Facts
Unternehmen: Hugo Boss AG
Sitz: Metzingen
Großaktionär: Frasers Group
Person: Michael Murray
Funktion Murray: CEO der Frasers Group
Medienbericht: Frasers prüft laut „Times“ CEO-Rolle für Murray bei Hugo Boss
Status: keine offizielle Bestätigung von Frasers oder Hugo Boss
Anteil Frasers: rund 30,28%
Übernahmeschwelle: Pflichtangebot nach deutschem Übernahmerecht ausgelöst
Angebotspreis: 38,00 Euro je Hugo-Boss-Aktie
Position Hugo Boss: Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen Ablehnung
EU-Freigabe: fusionskontrollrechtliche Bedingung erfüllt
Branchenrelevanz: Machtkampf um Führung, Eigentümerstruktur und strategische Ausrichtung von Hugo Boss

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